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den edelsten Schmuck. Gärtners Genius, der sich in großen Massen mit Vorliebe gefällt, fand Befriedigung dieser Neigung in den Prachtbauten zur Verherrlichung des Königthums, deren Herstellung ihm sein Gebieter übertrug. Der Palast der Wittelsbacher ist sein Triumph. Unbeschränkte Mittel, alle Künste und das kostbarste Material standen dem Architekten zu Gebote, um ihn zu unterstützen bei der Aufgabe, eine Wohnung herzustellen, die würdig sey eines Fürsten, welcher die Kunst selbst gleichsam gekrönt hat, und der es verdiente, aus ihren Händen das Schönste zu empfangen, was hervorzubringen sie im Stande war.

Betrachten wir unser treffliches Bild! Es zeigt uns das Sanktuarium des Königs-Palastes – den Thronsaal.

In dieser von Gold und kostbarem Gestein glänzenden und von unsterblichen Künstlerhänden geschmückten Säulenhalle der Pracht, sitzend auf dem goldenen Stuhl, umgeben von den Bildern der großen Ahnen seines Geschlechts, von denen drei die Zeichen der deutschen Kaiserwürde in den Händen tragen, agirte Ludwig I. bei den prunkvollen Hof- und Staatsaktionen als der allerdurchlauchtigste, großmächtigste Herr und König von Gottes Gnaden und seine Repräsentation war in der That die vollkommenste, welche seit Ludwig XIV. jemals einem Monarchen die Bewunderung seiner Höflinge erwarb. Man sah’s ihm an, dem sonst leutseligen Fürsten, der ein ander Mal sich mit dem Bauer Arm in Arm führen konnte, – daß er in solchen Momenten keine Rolle spielte, sondern daß er sich wirklich für Das hielt, was er darstellte. Ludwig hat’s ehrlich gemeint mit dem Begriff von seiner Gottesgnadenschaft; und als er ihn nicht mehr mit der Krone vereinigen konnte, warf er diese von sich, wie ein schlechtes Ding, nicht der Mühe des Tragens werth. Ludwig wollte nicht markten und feilschen um das Mehr oder Weniger des Königsrechts; er war kein Mann der Kurse und der Rothschilde, und er hat nie die Börse als die Seele seines Reichs und der königlichen Wohlfahrt betrachtet. Er hat den Hohenpriestern des Geldsacks keine Gunst verliehen und Opfergaben von ihnen empfangen, und auch niemals daran gedacht, Schulden zu machen bei den Tempelherren und sich Absolution dafür zu holen. Was er gethan hat, Gutes wie Böses, er hat es offen und ehrlich gethan, und ehrlich ist ein Beiwort, das dem Bauer wie dem König ziemt.

Zwischen dem Tage, wo Ludwig zum Erstenmal den Thron in diesem Saale der Pracht bestieg, bis zu der Stunde, wo er die Pforten desselben in Unwillen hinter sich zuwarf, liegt eine kleine Spanne Zeit. Wie kurz war der süße Traum und wie plötzlich das Erwachen! Ludwig hat’s erfahren, eindringlicher als mancher Andere, welche wilden Leidenschaften in einem Lande unter der Decke scheinbarer Ruhe gähren und zur höchsten Spannkraft gelangen können, welches sprüchwörtlich für das des politischen Phlegma gilt. München, das gepflegte, behäbige Schooßkind, gab dem ganzen Reiche das Signal zum Ausbruch des Volksunwillens, und als allerwärts die Würfel gefallen waren; als die Revolution der Monarchie da, wo sie sie noch duldete, Gesetze