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DCXIX. Schloss Nymphenburg bei München.




Das Versailles der bayerschen Könige! Die Erbauung dieses Palastes, die gewöhnliche Sommerresidenz der königlichen Familie, fällt in jene Zeit (1670), wo es Hofton war, es Ludwig XIV. nachzuthun; wo jeder Fürst, war er noch so klein, ein Marly haben wollte, oder ein Trianon mit Hirschpark, Wasserkünsten, Grotten, Bädern und Säulengängen, und der ganze Olymp, aus Stein gehauen oder in Erz gegossen, Schildwacht stehen mußte um die neuen Wohnungen der Erdengötter. – Nymphenburg brannte bald nach dem Aufbau nieder. Kurfürst Emmanuel III. stellte es wieder her.

Die innere Einrichtung ist eines Hofes würdig, der jährlich 3 Millionen zu verzehren hat. Die edelsten Werke der Kunst schmücken alle Räume der Herrscherwohnung.

In dem Zimmer des rechten Flügels, den Napoleon, Alexander und Franz II. nacheinander bewohnt haben, ist eine Fensterscheibe – auf welche die drei Herren ihre Namen ritzten. Drei Kaiser auf einem Quadratfuß Glas! „Brave Kerle die! Nehmt ein Beispiel daran und lernt Euch vertragen, Flegel!“ würde Fallstaff sagen.