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einziehen die erste Besitzerin, – die Pompadour – mit ihren Priesterinnen der Schönheit und Sittenlosigkeit. Ich gedachte der wilden Feste, die hier gehalten wurden, in denen der Fürst seine und des Reiches Kräfte zugleich verschwendete; und vorüber gingen die zurückgekehrten Zeiten der Cäsaren, und mit ihnen Alles, was jene Tage befleckte. Hier in diesem Hause war der Pfuhl, in welchem zusammenfloß alles Abscheuliche; hier wurden die höchsten Beamten des Reichs, Kreaturen der Weiber und Intriguen, gemacht, um des Verderbens Saat in Gesellschaft und Staat zu tragen; hier wurden die letzten gesunden Organismen vergiftet. Und als die bodenlose Lüderlichkeit ausgespielt hatte, – da hielt der Raub seinen Einzug. Der Finanzmann und Generalpächter Beaujon speiste seine Gäste auf goldenen Tellern mit den Leckerbissen aller Länder, während seine Steuererheber der kranken Wittwe das letzte Kopfkissen pfändeten und den armen Häusler aus der Hütte warfen. Was die Verschwendung des Hofs verlangte, das drückte das fluchwürdigste Finanzsystem mit unersättlicher Gier dem armen Volke aus, und Beutelschneiderei, Ehrlosigkeit, Schelmerei und Betrug theilten mit der Monarchie das Produkt der Erpressung. – Dem Generalpächter folgte ein Oberpriester der Kirche. Es war ein Prinz von Geblüt und ein Kardinal. Der tonsurirte Fürst wälzte sich in den Lastern des Hofs, wie damals die meisten Großwürdenträger der Kirche, und er verrieth der Welt das Geheimniß, daß die Religion von ihren Wächtern nur als ein Werkzeug angesehen werde, um die Einfalt zu berücken und die priesterliche Sittenlosigkeit mit dem Mantel der Heiligkeit zu bedecken. Was damals im Elysée geschah, bereitete in Frankreich den Boden für jene materialistische Lehre vor, daß der Himmel in den Sinnen läge, die Moral in der Klugheit und die Glückseligkeit im Genuß: alles Andere aber nichts sey, als Pfaffentrug und Gaukelei. – Später, in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, wurde der Palast den königlichen Prinzessinnen als Wohnung überwiesen. Das Königthum hielt damals mit dem erwachten Volksgeiste seine ersten Kämpfe. Polizei und Kerker, Bastille und Verbannung, Schwert und Galgen, sollten ihn überwinden. Umsonst. Der Titan war erwacht und seine Regungen füllten die Monarchie mit Schrecken.

Der gute Ludwig XVI. bestieg den Thron in so verhängnißvoller Zeit. Seine Schwester, die trefflichste der Frauen, wohnte im Elysée. Ihr Rath wurde oft verlangt, und er hatte auf des Monarchen Entschluß, zur Rettung der Monarchie und des Reichs die Notabeln Frankreichs zu berufen, großen Einfluß. Die Ausführung dieses Entschlusses erhob den Widerstand des Volkes zur Berechtigung; er machte die Revolution legitim.

Und drei Jahre darauf schleppte die Revolution die Prinzessin auf’s Schafott.

Das Elysée wurde Eigenthum der Nation; aber nicht diese, die Geister des Bluts und des Schreckens nahmen Besitz: Marat und seine Genossen. Bald darauf stellte der Convent seine Pressen in den Sälen auf, und Robespierre, Danton und die Männer des Bergs schleuderten von da ihre Blitze in Proklamationen