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Ergriffen von diesem Gedanken, sah ich gen Himmel. Noch glänzten die Sternbilder im Aetherblau, und der volle Mond sah heiter und still heraus zwischen goldumsäumten Wolken. Der Engel des Friedens schien zu kosen mit der dunkeln Erde und mir war’s, als hörte ich ihn flüstern: Stürme reinigen die Völker; wenn aber vor den Stürmen Millionen fliehen, sind diese darum unglücklicher? wenn der Schrecken ganze Völker zum Wandern spornt und hinüber führt in die neue Welt, in die weiten ruhigen Länder voll Licht und Aerndten, ist das für die Menschheit ein Verlust? –

Ich wollte den Gedanken weiter ausführen; da faßte eine warme Hand die meinige: – es war Savoye’s. „Ich bin zur Soirée des Präsidenten geladen und habe eine Karte an einen Freund zu vergeben. Du warst nicht zu Hause. Begleite mich in’s Pandämonium!“ sagte er scherzend. Und wir gingen in den Palast.

Pracht empfing uns; Pracht, wie ich nie gesehen. Die Republik trug gleichsam schon den Kaiserornat. Die Säle waren auf das herrlichste dekorirt und in Feengärten verwandelt. Die Erleuchtung blendete das Auge und der Glanz nahm die Sinne gefangen. Musik schmetterte aus allen Räumen und jeder ward von Tänzern durchflogen, zwischen denen die Gruppen reicher, besternter Uniformen und der in Juwelen schimmernden Damen auf und ab wogten. Genie und Talent, Wissenschaft und Kunst erkannte man an dem einfachen schwarzen Kleid; sie verloren sich in den glänzenden Zirkeln. Diener in strahlenden Livréen trugen Erfrischungen auf silbernen Platten umher, und reich aufgeschirrte Jäger kredenzten den Damen während der Pausen des Tanzes. Der Präsident, als Festgeber, ging von Saal zu Saal, ein, zwei, drei Worte Jedem spendend, nach der Weise, wie es sein Ohm gethan. Er trug die Generaluniform der Pariser Nationalgarde, und an seinen Fersen hing sich der Queu seiner Getreuen: zunächst die fahrenden Ritter des Elysée, die einstens ihrem Kaiser im Herzogskostüm zu dienen hoffen, – sodann die alten Haudegen der großen Armee, einige Minister und Gesandten, und allerhand ächte und gemachte Orientalen in ihren glänzenden Costümen: Spahis, algierische Offiziere und arabische Häuptlinge in Bournous. Der kleine Vetter spricht schlecht, folglich spricht er lieber gar nicht. Selten blieb er stehen, um irgend einer Celebrität einige Worte mehr als den Andern zu sagen. Die unansehnliche Figur ward durch keinen geistigen Ausdruck gehoben; er sah abgemattet, fast abgestumpft aus. Als erster Magistrat eines großen Freistaates sollte er Ehrfurcht einflösen, als Gewalthaber und Aspirant zum Imperator imponiren: – er that weder das Eine, noch das Andere.

In jedem Saale schien sich der Kometenschweif hinter ihm zu vergrößern. Selbst Damen von hohem Range verschmähten es nicht, ihren Cicisbeo am Arm, in die Reihe zu treten. Das Ganze erinnerte an die Feste, welche in diesen Sälen Ludwig XV. am Arm der Pompadour feierte, und an Glanz gab die Soirée der Republik der des Königthums sicherlich nichts nach. Die bunten Lampen, die strahlenden Girandolen, welche ein farbloses