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der Eroberung leichter. Manche harrten des Angriffs nicht und taumelten ihm von selbst in den Rachen; Andere überwand die List; die Starken aber warf er nieder in einer Reihe von Schlachten, und vor seinem Schwert und seinem Genie zerstob aller Widerstand wie leere Spreu. Bald gab es nichts mehr zu überwinden auf dem Continente des Welttheils; die Nationen lagen gefesselt, und Karls des Großen Reich war wieder neu geworden! Von den dalmatischen Küsten bis zu den Pyrenäen, und von der Ostsee bis zu Neapels Golf herrschte Napoleons Hand mit unumschränkterer Gewalt, als je ein Fürst des Alterthums geübt. Seine Völker waren willenlose Werkzeuge; seine Bundesgenossen trugen das Zeichen der Dienstbarkeit, und als Preis dafür, daß die Fürsten die Unabhängigkeit dem fremden Joch hingegeben, wurde ihnen nachgelassen, Tyrannei zu spielen mit ihren eigenen Völkern. Und sie, die aus den Händen des Gewaltigen Krone und Szepter hingenommen als Kaufpreis der Unterwürfigkeit, gingen nun zu Hof in St. Cloud und nahmen die Erniedrigung und den Hohn freiwillig in den Kauf, als hätten sie am vollen Maß ihrer Schmach noch nicht genug! Wer da nachschlagen möchte in dem Tagebuch dieses Schlosses, in welchem die schmutzigsten Blätter deutscher Regentengeschichten eingebunden sind! wer jetzt noch erzählen möchte, wie sich damals die neuen Souveräne, angethan mit den Lappen, die der Mann der Insel ihnen aus dem zerrissenen Reichsmantel zugeworfen hatte, sich in den Vorzimmern des Imperators geberdeten und wie dieser sie behandelte! Wie ein persischer Gesandter einst ein Vierteldutzend deutsche Hoheiten für Kammerdiener ansah und ein anderes Mal der Leib-Mameluck einen König fortbeschied mit den Worten: „Der Kaiser befiehlt, daß der wartende deutsche Herr morgen wieder zufrage; morgen; morgen früh eilf Uhr!“ – Wir Alten haben ja diese Zeit der Schmach selbst durchgelebt und erinnern uns Alle noch der Rollen, welche deutsche Dynastengeschlechter damals gespielt haben. Ja, wir werden es nie vergessen, wer dem Corsen die Stücke der zerbrochenen Kaiserkrone abgehandelt hat und womit man sie bezahlte! Wir werden es nie vergessen, wer die waren, die in den deutschen Ländern vom Mechanismus des Kaiserreichs so viel einführten, als nur möglich war; wie sie durch die Conscription das deutsche Volk blutzehnteten, um dem fremden Moloch Opfer zu bringen und um ein eisernes Band über alle treibenden Volkskräfte zu schlagen; wie sie den unbedingten Gehorsam zur Militärehre ausprägten und die Heere selber zu Institutionen der unbeschränkten Fürstengewalt erniedrigten; wie sie die Beamtenschaft dressirten zu einem zweiten Friedensheere, den Staatsdiener in Uniform steckten, ihn militärisch disciplinirten und, ihn gliedernd von Staffel zu Staffel und Rang zu Rang, daran gewöhnten, im Fürstenwillen die einzige Quelle seines Sollens zu suchen; wie Alles, was dem System des Despotismus hindernd entgegentrat – die Tradition von Stammes Art und Sitte, das örtliche und provinzielle Recht, die Freiheiten und Privilegien von Ständen und Körperschaften, die Macht des Herkommens und der Gewohnheit, der Stolz selbstständiger und unabhängiger Gesinnung, - bekämpft wurde fort