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sind die Herzen ob so vieler Täuschung, Lüge, Schmach und Arglist; Allwärts Trauer oder Entrüstung ob des Niedertretens des Rechts und der Verkümmerung der Freiheit; ob des Bruchs der heiligsten Schwüre und Zusagen; ob der Entäußerung der Ehre und Scham in den Verhältnissen Deutschlands gegen das Ausland; die Herzen sind vergiftet; der Unwille, der Haß, die Verachtung, das Mißtrauen und alle bösen Leidenschaften, die genährt werden von den täglichen Ereignissen und von der Maaßlosigkeit der Faktionen sind auf den höchsten Grad hinangetrieben, und Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit sind die bösen Geister, welche über den finstern Gewässern der Erwartung schweben. Jeder fühlt es, daß für menschliche Kräfte eine friedliche Lösung des schwindelerregenden Wirrsals unmöglich geworden ist. Alle Friedensmittel sind verworfen, keine Gewaltmaßregel hilft mehr; jeder Verstand wird vom Unverstand, jede Kraft von der Gegenkraft verzehrt, jede Bewegung durch die entgegengesetzte aufgehoben, und wo kluge Männer sich zusammenthun, um zu rathen, zerfließt jede Anstrengung in nutzlose Deliberationen, wie beim Thurmbau zu Babel. Kommts auch einmal zu einem Entschluß, so fehlt ihm die Spitze – die That. Was haben die unter den schmerzhaftesten Wehen zur Welt gebrachten Zangengeburten: die Drei- und Vierkönigsverträge, die Verfassungsentwürfe, die Minoritätsparlamente und Lakayenkammern, was haben die Galvanisirungs-Experimente an dem Cadaver „Bundestag“, was hat der grandiose Akt der Einsetzung einer vollziehenden Centralgewalt gefruchtet? Alles dies hat auf die Autorität, die von der Volksachtung nicht mehr getragen ist, noch das Odium der Lächerlichkeit gelegt und von der Impotenz und Zerfallenheit den letzten Schleier hinweggezogen. Das Herz der Nation ist von solchen leidigen Experimenten gänzlich abgewendet; sie hat nach den Gespenstern der Todten nicht die geringste Sehnsucht. Wer aber meint, das Allerletzte, was allenfalls die souveräne Rathlosigkeit noch versuchen kann und wird, ein Fürstenkongreß nämlich, werde fähig seyn den durch und durch morschen, aus den Fugen gegangenen und auseinanderfallenden Bau zu halten und die faule Auflösung, die sich bereits in ihrem letzten Stadium befindet, ungeschehen zu machen: – der gibt sich dem Irrthum preiß. Gegen den Naturgang der Dinge ist die vereinte Gewalt aller Gewaltigen durchaus nichtig. Ein Fürstenkongreß hält die Katastrophe so wenig zurück, wie eine königliche Ordonnanz einen heranbrausenden Meersturm. Der Umsturz kommt, sobald der Weiser auf der Uhr der Zeit die rechte Stunde zeigt, und die Stunde – naht.

Wenn es mit der Gesellschaft auf einen Punkt gekommen, wie derjenige ist, auf welchem sich die deutschen Verhältnisse gegenwärtig befinden, dann ist es Zeit, daran zu denken, wie in frühern ähnlichen Perioden die Vorsehung handelte, um das gänzliche Verderben des Geschlechts in so zerütteten Ländern zu hindern und dem Verwesungsprozeß Grenzen zu setzen. Erinnern wir uns der Perioden, da die römische Welt, faulend von innen heraus, aus einander brach. Da öffnete sie den Völkerströmen des Ostens die Schleußen, und durch die Fluthen