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DCXXVIII. Das Rathhaus (City-Hall) in New-York.




Von der Menschheit – du kannst von ihr nie groß genug denken;
Wie du im Busen sie trägst, prägst du in Thaten sie aus.




Liebe ist das Band für alles Geschaffene; Liebe verbindet Gott und die Menschen. Nicht Mensch – Unmensch ist der Mensch ohne Gott und ohne Liebe.

Gott schuf die Menschheit. Er liebt sie, wie ein Vater sein Kind liebt. Er hat mit ihr nur einen Willen: daß sie vollkommener, besser, glücklicher werde. Er stattete sie zu diesem Zweck aus mit tausend Kräften und er erneuert diese Kräfte in jeder Generation. Diese Erneuerung, die beständig wiederkehrt, ist die größte Gabe des gütigen Schöpfers.

Von allem Erschaffenen, was das geistige Auge sehen und fassen kann, ist die Menschheit das Allerehrwürdigste und Allerherrlichste. Du kannst die Menschheit nicht mißachten, ohne die Ehrfurcht gegen Gott zu verletzen; du ehrst Gott, indem du die Menschheit mit Ehrfurcht betrachtest.

Wenn du aber die Menschheit ehrst, mußt du auch die Menschenwürde anerkennen; jenen allen Menschen, als Gliedern der Menschheit gemeinsamen, genossenschaftlichen, innern Werth, wodurch jeder Mensch dem andern ebenbürtig und gleichsam Bruder wird, wodurch er mit ihm auf dem Fuß der Gleichheit steht. In jedem Menschen, wo Dieß zum Bewußtseyn gekommen ist, wird es sich auch geltend machen; und wer die Menschenwürde verletzt, der begeht ein Verbrechen gegen sich selbst, gegen die Menschheit, gegen Gott.

Es gilt dieß von dem einzelnen Menschen, wie von ihren Vereinen; von den Individuen, wie von den Völkern. Kein Volk darf, ohne Selbstverachtung, seiner Menschenwürde Etwas vergeben. Selbstschätzung ist die höchste Pflicht einer Nation gegen sich selbst, und aus dieser Selbstschätzung folgt zugleich die Schätzung Anderer. Gleichwie keine Nation von ihrer Selbstachtung für irgend einen Preis Etwas entäußern soll und darf, so darf sie auch nicht der eben so nothwendigen Selbstschätzung anderer Nationen entgegen handeln. Es ist vielmehr ihre Pflicht, die Würde der Menschheit auch an jedem andern Volke anzuerkennen und ihm die schuldige