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der Gewässer nicht zu allen Jahrszeiten anzutreffen sind, oder daß die Früchte nicht beständig reifen und zu gewissen Perioden gesammelt werden müssen, lernt seine Zeit eintheilen und benutzen, und den Ueberfluß des Sommers oder Herbstes für den Winter und Frühling sammeln und bewahren. Sein Nachdenken leitet ihn von selbst zur Anpflanzung der wohlschmeckende Früchte tragenden Bäume und Gewächse in der Nähe seiner Hütte hin – er wird Ackerbauer und lernt sich der Aerndten erfreuen, die seine Hand gezogen hat. Von den ersten Anfängen des Ackerbaus aber führt, obschon ein weiter und langer, doch ein ununterbrochener Weg zu den Staffeln der Civilisation.

Auf der Landenge, auf welcher mehre kleine Republiken durch das Band der centralamerikanischen Union zusammen gehalten werden, – war für die Urbewohner nicht Raum genug, um sich durch die Jagd zu ernähren; die Lage an beiden Meeren, und der Umstand, daß die tropische Pflanzenwelt die wohlschmeckendsten Früchte in unerschöpflicher Menge darbot, – führte die Indianer von selbst zu den Beschäftigungen des Fischfangs und auf Pflanzenkost hin. Die nachherige spanische Eroberung traf in diesen Gegenden unter mildern Formen auf, als in Mexiko und Peru. Die Einwanderer fanden nur friedliche, schwache, gutmüthige Raçen im Lande, die der Kolonisation nichts im Wege legten, und sich zu den weißen Menschen leicht gewöhnten. So ist im Laufe dreier Jahrhunderte aus den Indianern eine halbcivilisirte Raçe entstanden, die, durch die republikanische Verfassung seit 40 Jahren vor jeder Bedrückung und Knechtung geschützt, sich um die Sitze der Spanier niedergelassen hat. Die Indianer haben meist einen kleinen Grundbesitz, den sie bebauen, und in der nächsten Umgebung der größern Städte werden eine Menge Handthierungen mit Geschick und Erfolg von ihnen betrieben. Die Vorstädte der größeren Orte sind oft ausschließlich von ihnen bewohnt.

Unser Stahlstich gibt ein charakteristisches Bild einer solchen Indianer-Vorstadt mit ihren dichtbelaubten Fruchtgärten und ihren Hecken von Cactus. Jenen Kindern der Natur ist der Sinn für die idyllische Lage ihrer Wohnungen tief eingeprägt. Wo Indianer wohnen, sieht man immer die besten Fruchtbäume, die auserlesensten Blüthensträucher des Landes, und über die dunkeln Schatten, welche die Hütten umgeben, erhebt sich die Kokospalme, um das Bild der Schönheit und des Friedens zu vollenden. In den Abkömmlingen der spanischen Eroberer ist von diesem zarten Sinn keine Spur. Es ist ein ganz anderer Geist, als der der heitern Idylle, welcher sich in den kahlen quadratischen Plazas ihrer Städte, und in den Höfen ihrer nach der Straße zu geschlossenen Häuser ausspricht, wo man ein paar Orangenbäume, oder eine Laube von Jasmin und Oleander, oder zuweilen eine entartete Rose sieht, die, sämmtlich aus Europa herübergebracht, in der neuen Welt an die alte Heimath erinnern sollen, während man der Pracht der einheimischen Flora kaum Aufmerksamkeit, geschweige eine sorgfältige Pflege widmet. Das romanische Volkselement ist niemals recht heimisch geworden