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auf amerikanischen Boden, schon im Hafen von New-York, sieht er Etwas, an das seine aus Europa mit herübergenommenen Vorstellungen nicht reichen: – ein Gewühl des geschäftigen Lebens, so überwältigend groß, daß das in Hamburg, Bremen, Havre oder Antwerpen ärmlich erscheint. Selbst Liverpool hält den Vergleich nicht aus und Londons Geschäftsleben, obschon umfassender, mannichfaltiger und universeller, ist in seiner Bewegung doch weniger rasch, weniger sichtbar und weniger imponirend. London schließt seine Ost- und Westindienfahrer und die Schiffe, welche den unermeßlichen Handel mit den amerikanischen Kontinente vermitteln, in seine Docks ein; es entzieht dadurch gerade die wichtigsten Erscheinungen seiner Geschäftsthätigkeit der allgemeinen Beobachtung. In New-York hingegen liegt das Ganze dem Blicke mit Einem Male offen: tausende von Schiffen umgeben die Stadt in einem 3 Stunden weiten Bogen, kolossale Dampffähren fliegen beständig von einem Ufer zum andern, die Riesen des Oceans, die Steamer von 2 bis 3000 Tonnen, welche an den Kaien liegen, oder kommend und gehend die Wegen brausend durchschneiden, das Gewimmel endlich von einigen tausend Booten und Barken, welche wie die Weberschiffchen beständig hin- und herschießen, machen die Staffage eines Bildes, das in der Welt seines Gleichen nicht findet. – Und welches Jahr wird dem Wachsen dieses rührigen Lebens ein Ziel stecken? Seit einem halben Jahrhunderte hat New-York seine Größe, Population, seinen Handel und Reichthum mit jedem Jahrzehnt verdoppelt, und noch dauert die Entwickelung in immer kolossalerem Verhältniß fort. New-York wird im Jahre 1875 wenigstens zwei Millionen Einwohner haben, und der Betrag seines Handels wird den aller Hafenstädte des europäischen Kontinents zusammengenommen weit überragen.

Doch nicht im Handel allein ist dieses gewaltige, stürmische Leben sichtbar; wahrhaft betäubend ist der Fortschritt in den Gewerben, im Schiffbau, in dem Manufakturwesen, im Ackerbau. Wenige Jahrzehnte genügten diesem herkulischen Volke, um im Schiffbau alle andern Nationen zu überflügeln, eine Handelsmarine zu schaffen, die der englischen bereits gleichkommt an Größe, Zahl und Trefflichkeit; Dampfschiffe zu setzen auf jeden seiner fahrbaren Ströme, seine Seen mit Handelsflotten zu beleben, in seinen Spinnereien und Webereien 1 Million Ballen Baumwolle, zwei Fünftel seiner Ernte, selbst zu verarbeiten und durch seine Landwirthschaft die Brod- und Fleischkammer für die halbe Erde zu werden. Wunderbar und auch für den oberflächlichsten Beobachter augenfällig ist das Geschick, um nicht zu sagen Genie der Amerikaner, neue Werkzeuge zu erfinden, die bekannten zu verbessern, durch tausend Handgriffe und Vortheile sich die Arbeit zu erleichtern und an Menschenkraft zu sparen. Was irgendwo auf der Erde erfunden, entdeckt, ausgesonnen wird, das macht sich das Yankeevolk zu eigen und beutet es energisch aus; jede Vervollkommnung bei einer Manipulation, oder in einem Arbeitsprozeß spürt es auf und wendet es an. Es scheut dabei keine Kosten, fürchtet dabei kein Risiko, und in Folge dieses, die ganze Nation beherrschenden Geistes sehen wir in den amerikanischen Gewerben und Fabriken immer die