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das Geschehene für einen Landfriedensbruch und würden sich selbst Recht nehmen“. Das Kloster aber verklagte die Schwytzer bei dem kaiserlichen Voigt wegen solcher Drohung, und dieser legte eine Buße auf von 200 Mark Silbers. Schwytz aber antwortete: Wer sie haben wolle, solle sie selbst holen.

Die Landleute ließen es nicht bei den Worten. Sie hielten mit Recht dafür, daß Frieden durch Schrecken erworben werden müßte, weil, wer sich fürchte, im Unterhandeln nachgiebig sey. Also zogen sie zu Hauf gen Einsiedeln schon in der nächsten Nacht und umstellten die Abtei, daß Niemand drinnen entweichen konnte. Da fuhr der Schrecken in die Konventsherren und sie versprachen, Frieden zu halten mit den Waldstädten und Schwytz Genugthuung zu geben: die Landleute aber zogen nicht eher ab, als bis das Kloster gute Bürgen stellte, daß auch erfüllt werde, was man zugesagt hatte.

Die Abtei klagte jedoch bei dem Bischof von Konstanz über das Geschehene. Der that die Schwytzer in den Kirchenbann und hetzte an dem kaiserlichen Hofe, auch die Reichsacht über sie zu verhängen. Dies geschah nun zwar nicht; aber Oesterreich, als Schutzherr von Einsiedeln, rüstete seine Hausmacht, die Schwytzer zu züchtigen und bei dieser Gelegenheit Habsburgs Gewalt zu verstärken. Herzog Leopold kam herangezogen mit einem Heerhaufen von 4000 Mann, und die kaiserlichen Voigte und die adligen Herren fügten dereinwillig ihre Fähnlein hinzu; benn alle waren den groben Schwytzern abhold, und ergriffen die Gelegenheit gern, sie zu demüthigen.

Lavinenartig wuchs Leopolds Heer, das in 2 Haufen den Thur- und Aargau hinaufrückte. Der ganze alte Adel von Habsburg, Koburg und Lenzburg und die ritterliche Blüthe Oesterreichs waren dabei; alle schwer gerüstet, der Stolz und Kern von mehr als hundert berühmten Geschlechtern.

Die Landleute von Schwytz veränderten darum ihre Gesinnung nicht. Tag und Nacht hatten sie, mit Weibern und Kindern, an den Eingängen des Landes geschanzt, alle Pfade und Wege zerstört, Vieh und Habe in die Gebirge geschafft; als aber der Herzog nahete, da nahmen die Männer Schwert und Hellebarde auf und sammelten sich unter die Landesfahne. 600 waren ihrer. Zu ihnen stießen die treuen Eidgenossen von Uri, 400, von Unterwalden 300; so daß der ganze Haufen 1300 Männer waren, alle des Muthes voll und wohl bewehrt. Und als sie bei einander waren und sich in Ordnung gestellt hatten, flehten sie, nach alter Sitte, auf den Knieen Gott an, ihren einzigen Herrn, um seinen Beistand, und wohlgemuth zogen sie sodann auf den Bergsattel bei Morgarten, – den einzigen Paß des Landes, den sie offen gelassen, um Oesterreichs Heer zu erwarten. Da geschah es, daß fünfzig schwerbewaffnete Männer, aus Schwytz gebürtig, welche die Gemeinde wegen Parteiung vor vielen Jahren ausgestoßen hatte, zu ihnen kamen und auf Befragen, was sie suchten? antworteten: „Wir haben in der Fremde die Gefahr des alten Vaterlandes vernommen und kommen nun, mit Euch, als Schwytzer, für Schwytz zu kämpfen oder zu sterben“. Die Eidgenossen aber, dem selbstgegebenen Gesetze unterthan, antworteten: