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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Fünfzehnter Band | |
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Und so bist auch du, Morgarten, mit deinem Kirchlein auf der Wahlstatt, ein Stern in der Nacht und in den Gefahren des Vaterlandes ein Quell des Muthes und ein Stab der Zuversicht und des Glaubens an die Unbezwinglichkeit der Freiheit, wenn ihr Geist ein Volk ganz durchdringt.
Die Morgartener Kapelle ist auch einer der schönsten Punkte der Schweiz weit umher. Der Blick von dieser heiligen Höhe verliert sich in ein Land idyllischer Schönheit. Um den Spiegel des stillen, kleinen Egerisees gruppiren sich weidende Heerden auf grünen Matten, zwischen Obsthainen, einzelnen Gehöften, Kapellen und Dörfern und ringsum winden die Alpen einen Doppelkranz bis zum Roßberg und Kaiserstock und Kamstal, – einen Kranz, gewunden von Gottes Hand um die Gräber der Helden.
Vom Fuße der Kordilleren bis zum Mexikanischen Meerbusen breiten sich jene Grasebenen aus, die unzähligen Rinderheerden zu Weideplätzen dienen, welche den Hauptreichthum dieser Landstriche ausmachen. Kein Hügel, keine Klippe erhebt sich aus diesen kulturlosen Flächen. Unabsehlich streckt sich die Steppe fort bis zu den Grenzen des Gebirgs, welches sie in blauer Ferne umfaßt. Freundlicher sind sie nur in der Nähe der Küste, wo der klare Meeresspiegel mit den leicht beweglichen, aufschäumenden und kräuselnden Wogen die Eintönigkeit des Bildes mildert.
Die Savannen in Mosquitia nehmen einen Raum von mehr als 800 englischen Geviertmeilen ein. Sie sind, wie die Prairien im Westen des Mississippithals, nicht ganz baumlos: Gruppen von Fächerpalmen und Baumfarren mit einigen Indianerhütten staffiren das weite Grasmeer. Die europäische Kolonisation hat sie noch nicht betreten. Nicht einmal die Anfänge eines geordneten Gesellschaftslebens sind unter den wenigen Indianern zu bemerken, die auf den Ebenen jagen. Sie leben im Urzustande, wie die ersten unseres Geschlechts. Kein behauener Stein, kein aufgeworfener Hügel, kein veredelter Fruchtbaum erinnert an den Beginn einer Kultur, oder an den Fleiß untergegangener Geschlechter. Den Schicksalen der Menschheit fremd und für die Gegenwart
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Fünfzehnter Band. Bibliographisches Institut, [Hildburghausen] [1852], Seite 172. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_15._Band_1852.djvu/180&oldid=- (Version vom 6.9.2025)