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wenig kommen, wie zu Christus Zeit, welcher die unsrige in so mancher Beziehung gleicht. Ist, was Viele glauben, nicht dem alten Europa, sondern dem jungen Amerika beschieden, der Welt das Schauspiel einer auf der Basis ächter Humanitätsprinzipien entwickelten, wahrhaft civilisirten Gesellschaft darzubieten, und in dem Drama menschlicher Vervollkommnung die große Rolle zu übernehmen, so werden die Apostel jenes neuen Zeitraums gewiß vorzugsweise aus den untern Schichten erwachsen, aus den nämlichen Schichten, welche, obschon niedrig und wenig beachtet, doch noch manche Eigenschaften, Fähigkeiten und Vorzüge verbergen, die in der Fäulniß der höhern Stände unkenntlich geworden, zerfressen und verschwunden sind. Dann wird vielleicht eine großartige Offenbarung zur Menschenverbesserung, ähnlich der vor 18 Jahrhunderten, an’s Licht kommen, und wir werden dann wohl zur Einsicht gelangen, daß, wenn jetzt die halbe Welt in dem feurigen Ofen der Trübsal und des Elends liegt, es nur geschehen ist, um das bessere Metall von den Schlacken zu befreien, und die Geister empfänglicher zu machen zur Aufnahme der neuen Saat des Heils, wie es damals gewesen, da das römische Schwert die verderbte Welt beherrschte.

In dem Vorhofe solcher Zeit stehen Manche auf, die sich berufen glauben und nicht berufen sind, und Manche, die sich als Propheten und Apostel ankündigen, sind nichts weniger als die Erkornen Gottes und durchdrungen von seinem Geiste. Es gibt dann wohl manchen Messias, der auf unächten Urkunden sein Handwerk treibt, wie der Charlatan auf den falschen Doktorbrief. Da, wo die Institutionen der Freiheit jeder menschlichen Bestrebung freien Spielraum gönnen, werden auch die Versuche falscher Propheten die wenigsten Schranken finden, und es ist daher nicht sowohl zu verwundern, daß sie in den Vereinigten Staaten Nordamerika’s am öftersten bemerklich sind, sondern daß sie nicht noch viel häufiger erscheinen. Sie kommen, dauern eine Zeit lang, und verschwinden gemeinlich unbeachtet, wie Meteore der Nacht. Selten überdauern sie einen kurzen Zeitraum, und noch seltener gehen sie über den nähern Kreis ihres Entstehungspunkts hinaus. Um so größere Theilnahme wendet sich aber solchen Erscheinungen dieser Art zu, die eine ungewöhnliche Lebenskraft entfalten und die Keime einer dauerndern Entwickelung verrathen. –

Irrthum ist der gewöhnliche Begleiter der Menschen von der Wiege bis zur Gruft. – Unserm Geist umlagern Nebel und Wolken, und nur wenn Stürme und Blitze daher fahren und sie zerreißen, blicken wir auf kurze Zeit in der Wahrheit heiteren Himmel. Vielen wird ein solcher Ausblick nicht auf ihrer ganzen Lebensreise. Sie sehen beständig Dunstgebilde und zeigen sie Andern als ewige Gestalten. Die bethörte Menge singt die Hymne des Wahns den Chorführern nach und es geschieht dann zuweilen, daß die Nachtbilder der Phantasie und des Selbstbetrugs ganze Geschlechter und Völker verfinstern.

Es ist ein Wahn, bei großen Zwecken allemal große Menschen vorauszusetzen. Auch Bösewichter und