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Lehi des Namens, mit vier Söhnen und ihren Weibern über Indien und durch den großen Ocean an die Westküste Amerika’s geschifft, zu welcher Fahrt ihm Gott selbst Anleitung und in der Schiffbaukunst Unterricht gab. Lehi’s Nachkommen haben sich lange Zeit gottesfürchtig und fromm aufgeführt, und die vier Stämme sind im Laufe der Zeit vier Völker geworden, die sich weit verbreiteten. Trümmer ihrer Tempel und heiligen Städte sind noch an vielen Orten zu finden. Aber zuletzt haben sich drei Stämme der Lehiten der Wollust und Abgötterei ergeben und sie thaten sich gegen den vierten, Gott getreuen Stamm zusammen, um ihn zu vertilgen und sein Land zu theilen. Dies ist ihnen auch gelungen. Ein Einziger des ganzen Stamms, Mormon mit Namen, hat sich auf eine Warnung Gottes durch zeitige Flucht nach Osten in eine unzugängliche Einöde gerettet. Dort hat er die Schicksale und Lehren seiner Väter in die erwähnten Metalltafeln gegraben und sie dann in den Berg im Staate New-York verscharrt. Solches ist geschehen Anno 420 nach Christi Geburt. Diese von Smith, als dem auserwählten Oberpropheten Gottes, auf Geheiß desselben aufgefundenen Tafeln seyen, – so hieß es nun weiter – nachdem sie Smith entziffert und druckfertig kopirt habe, von Engeln weggetragen und in Verwahrung genommen worden. –

Dieser letztere Punkt mochte in mancher Seele einige Scrupel wecken; als aber Smith davon Kunde erhielt, stellte er Drei seiner Gläubigen als unverwerfliche Zeugen auf, welche aussagten, sie hätten die Tafeln mit ihren leiblichen Augen gesehen und mit ihren Händen betastet: ein Engel habe sie ihnen vorgezeigt.

Die Glaubenslehren selbst waren im Buch des Mormon in dunkle Formeln und Sprüche gehüllt, allerhand Ausdeutung zugänglich. Klüglich stellen sie sich mit einem Fuße in die Welt des materiellen Wohlseyns und des Sinnengenusses; mit dem andern in den Himmel, dessen unaussprechliche Seligkeiten den Gläubigen und Frommen des neuen Evangeliums ausschließlich beschieden seyn sollen. Sie verkündigen der Welt einen neuen Messias, der das tausendjährige Reich zum Heil der Menschheit mitbringen werde, jenes Reich, das das ganze Geschlecht zu einer Familie vereinigen soll, selig in einem Glauben, und glücklich als eine Gemeinschaft – nämlich durch den Mormonenglauben und das Mormonenthum. Smith legte in einer Reihe von Vorlesungen die Kapitel des „Buchs Mormon“ aus, – berief sich dabei alle Zeit auf die unmittelbare Eingebung Gottes und auf göttliche Offenbarung, und behauptete fest: jedes Wort aus seinem Munde sey wahr, unfehlbar, heilig.

Mehr und mehr vergrößerte sich der Kreis seiner Zuhörer. Als er nun dieselben hinlänglich vorbereitet hatte, schritt er nach dem Beispiele Christi zur Organisation seiner Jüngerschaft und Stiftung seiner Gemeinde. Er ließ der Aufnahme in den Neuen Bund die Taufe vorausgehen, so das Symbol christlicher Vergangenheit an das der mormonischen Zukunft knüpfend.