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Die Hauptbahn hat eine Länge von 469 englischen (100 deutschen) Meilen. Sie schickt auf verschiedenen Distanzen Zweigbahnen aus, die auch mehre hundert Meilen lang sind. Dieses riesenhafte Unternehmen, das in der Wiegenzeit des Eisenbahnwesens gewagt wurde, drückt die amerikanische Energie aus, welche in einem Sprunge vom erprobten Versuche zu der ausgedehntesten Anwendung übergeht und vor keiner Schwierigkeit zurückscheut. Die Menge der Kunstbauten, Dämme, Brücken und Viadukte ist erstaunenswerth und ihre Ausführung die kühnste, welche man sich denken kann. Das Wunder der deutschen Eisenbahnen, der Viadukt über das Göltzschthal, auf der Leipzig-Hofer Strecke, erreicht eine Höhe von 280 Fuß; die Eriebahn hat einen Viadukt von 484 Fuß Höhe, der eine Schlucht von 275 Fuß Breite mit einem Bogen überspannt, aufzuweisen, und sämmtliche Ueberbrückungen von Thälern, Seeen und Flüssen haben eine Gesammtlänge von nicht weniger als 120,000 Fuß! –

Das erste Projekt zur Bahn wurde schon 1829 entworfen – damals, als kaum die ersten Versuche in England und in Amerika mit den Eisenstraßen angestellt waren. Eine Gesellschaft zur Ausführung bildete sich 1832, und im folgenden Jahre begannen die Arbeiten, die ununterbrochen bis zum Jahre der Eröffnung der ganzen Bahn (1851) fortgingen. Der Bau kostete 24 Millionen Dollars (60 Millionen Gulden), zu dem der Staat einen Zuschuß von 6 Millionen gab. Die Unternehmer hatten gut gerechnet. Dem Verkehr übergeben, stieg die Bahnfrequenz in kurzer Zeit so außerordentlich, daß man schon im folgenden Jahre die Ueberzeugung gewann, daß ein Geleise unzureichend seyn würde für die Beförderung aller der Güter- und Menschenmassen, die sich darbieten würden, und deren progressive Zunahme mit den Kultur- und Kolonisationsfortschritten des Westens in Verhältniß bleiben mußte. In dieser Voraussicht faßte die Gesellschaft den kühnen Entschluß, sofort eine zweite Linie unmittelbar neben der alten zu legen, und sie beschloß, zu diesem Bau das Kapital von 20 Millionen Dollars in dem Maße, als das Baubedürfniß es erheischte, auf Hypothek nach und nach zu leihen. In welchem Lande hätte man 50 Millionen Gulden gegen Prioritätsaktien zum Bau einer solchen Bahn erlangen können? In Amerika, wo der Scharfblick des Kapitals mit seiner Lust, zu erwerben, allezeit Eins ist, war es ein Leichtes; – statt der verlangten 20 Millionen wurden der Gesellschaft nahe an hundert angeboten, sie konnte ihre Prioritäten über Pari verwerthen und es selbst wagen, kurze Rückzahlungstermine festzusetzen, gestützt auf die Vorausberechnung beständiger Zunahme der Bahn-Einnahmen. – 24,000 Arbeiter wurden zum Bau des zweiten Geleises aufgeboten, und dasselbe ist bereits auf den meisten Strecken in Betrieb. Die Bruttoeinnahme der Bahn hat im Jahre 1852 4 Millionen Dollars (10 Millionen Gulden) überstiegen; sie wird im laufenden Jahre die enorme Summe von 5 Millionen Dollars mindestens erreichen, während man die Betriebskosten unter 40 Procent zu reduziren Hoffnung hat. Welch’ eine Prosperität, die um so staunenswerther durch den Umstand erscheint, daß die Bahn die Konkurrenz ihres