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Sorge für das Staatswohl im Munde führen? – Deutschland hat gegenwärtig 1300 geographische (6500 engl.) Meilen Eisenbahnen in Betrieb; Belgien und Holland 200 Meilen; Frankreich 600 Meilen; England 1500 Meilen (7500 englische Meilen); Rußland 300 Meilen; Italien, Spanien, Ungarn, die Schweiz 400 Meilen; ganz Europa also etwa 4300 geographische, oder 21,000 engl. Meilen. Gegenwärtig sind in der Union 15,400 engl. Meilen im Betrieb, 14,000 Meilen sind im Bau; weitere 6000 Meilen sind projektirt und zur Ausführung vorbereitet. In den nächsten 5 Jahren wird die Union von einem Eisenbahnnetz übersponnen seyn, das die Häfen des stillen Oceans mit denen des atlantischen Meeres verknüpft und die Union von Nord nach Süd in 5 parallelen Linien von einem Ende zum andern durchschneidet und 700 Millionen Dollars gekostet hat. Die gesammten Einnahmen der nordamerikanischen Bahnen überstiegen im vorigen Jahre bereits die enorme Summe von 21 Millionen Dollars oder 52 Millionen Gulden.

Zu keiner Zeit war der Eifer für den Ausbau des amerikanischen Eisenbahnnetzes so groß, als gegenwärtig, wie schon aus der, unsern europäischen Begriffen ganz unglaublich vorkommenden Thatsache hervorgeht, daß zur Zeit nicht weniger als 14,000 Meilen Eisenstraßen im Entstehen sind und über 600,000 Menschen für dieselben arbeiten! Der tägliche Bauaufwand wird jetzt auf nicht geringer als eine Million Dollar veranschlagt; kein Wunder, daß selbst das reichste und bestrechnendste Volk der Erde es für zweckmäßig finden kann, fremdes Geld zu Hülfe zu nehmen, und die hohen Procentsätze, die es geben kann, jetzt selbst Deutsches Kapital hinüberführen, um die Eisenstraßen der Union mitzubauen und an den Vortheilen Theil zu nehmen, welche diese Unternehmungen, bei verständiger Anlage, fast ohne Ausnahme in einem Lande gewähren, wo keine raubsüchtige Finanz darauf bedacht ist, die Rente zu schmälern und zu regeln, den Erwerb zu besteuern und zu bevormunden, und auf die freie Entwickelung der Landeswohlfahrt in einer andern, als förderlichen, aufmunternden Weise einzuwirken.

Obschon die Preise des Handlohns in Amerika im Durchschnitt reichlich viermal so hoch sind, als auf dem europäischen Festlande (der Tagelohn eines Erdarbeiters an den Eisenbahnen ist in den Oststaaten ¾ bis 1 Doll., im Mississippithale 1¼ bis 1½ Doll., in Oregon und Neu-Mexiko 2½ bis 3 Doll., in Kalifornien 4 bis 6 Doll.), so bauen doch im großen Durchschnitt die Amerikaner ihre Eisenbahnen um die Hälfte wohlfeiler und in der halben Zeit als wir Europäer. Warum? Nicht weil der Grund und Boden für die Bahnsohle weniger kostet; denn das will zum Gesammtaufwand wenig sagen: auch nicht weil das Material (Steine, Holz, Eisen) weniger gelten; denn Produktion und Zurichtung dieses Materials kosten des theuern Handlohns wegen nicht weniger, sondern oft viel mehr als in Europa; sondern weil man ohne Pedanterie und ohne gouvernementale und büreaukratische Bevormundung baut, nur auf das Nothwendige sieht, und allen unnützen Luxus, wie er z. B. auf deutschen Eisenbahnen sich auf den Bahnhöfen und in den Kunstbauten etc. so breit macht, vermeidet. Die theuersten Bahnen der Union