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Gewühl der Börsen und Märkte, im Joch der Mode und der Regeln der Gesellschaft, unter den Sklavenschwärmen, die den Pforten der Kasernen und Paläste entströmen, – das Herz vertrocknet und der Stolz und der Muth des Mannes entschwunden ist! Was diesen als Lebensziele gelten – Reichthum, Ehren, Rang, Herrschaft, Gewalt – ist in den Augen jener Söhne der Berge ein Nebel, der vor dem Strahl der Morgensonne flieht. Gott selbst erscheint ihnen in der Stille des Gebirgs ein anderer Gott, denn der Gott, vor dessen Prachtaltären die Menschen in der Tiefe die Knie beugen, und erst dort, beim Heerdengeläute, bei dem Brausen der Wasserfälle, lernt man Rousseau’s Schmerz verstehen über die Selbstqual der Völker durch ihre Sittenverderbniß und über die Abtrünnigkeit des Geschlechts von der Natur.




DCLXXXXIX. Auf dem Todtenacker zu Mannheim.
 „Saat von Gott gesäet, am Tage der Garben zu reifen“.




Ein Friedhof.

Wie ist doch so ein Stückchen Erde, wo des „alten Wühlers“ Maulwurfshügel blühen und die Thränen der Liebe wie Thautropfen an den Grashalmen hängen, ein so reiches Feld für die Betrachtung! Jeder Friedhof ist ein Vorhimmel, jedes Grab ist ein Altar, und Gott selbst erscheint dem geistigen Auge an keinem Orte lieber. Rauscht auch in jedem Baumwipfel die Aeolusharfe der Wehmuth und tönen in jeder Glockenblume Trauer und Schmerz; so schwingt sich doch auch von den Gräbern der Gedanke am leichtesten zum Himmel auf und folgt dem Lichtheere seiner Welten. –

Leider! gibt es für Viele nichts Niederdrückenderes und Beängstigenderes als einen Todtenacker, obschon nichts Beruhigenderes und Erhebenderes auf Erden ist, sobald nur das Nachdenken sich der äußern Erscheinung bemächtigt hat. Das Bild des Todes, welches an die Vergänglichkeit alles Irdischen und des eignen Daseyns mahnt, verliert seinen Stachel, sobald der Mensch inne wird, daß der Tod nur eine nothwendige Folge derselben Gesetze ist, welche das Weltgebäude zusammenhalten und ihm ewige Bewegung, ewiges Leben verleihen. Er weiß, daß jedes Sterben die Geburtswehe eines neuen Lebens ist, und daß nach unveränderlichen Gesetzen jedes Daseyn nur einen Uebergang bildet zu einem andern höhern Daseyn, gleichviel, ob das Überschreiten selbst mit der Schnelligkeit des Augenblicks geschieht, oder große Zeiträume braucht. Ohne das Zertrümmern und Wegräumen eines alten Gebäudes