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DCC. Die Lutherzelle auf der Wartburg.




Die Wartburg, wie ich sie als Knabe und Jüngling so vielmal besucht habe und wie ich sie vor 15 Jahren im Universum beschrieb, ist nicht mehr dieselbe. Damals trug sie noch das alte, abgetragene Kleid, auf welches die Jahrhunderte so viele Flicken und Lappen gesetzt hatten, daß sie einer Bettelherberge ähnlicher sah, als einer Fürstenburg, von deren Glanz und Herrlichkeit die thüringer Chroniken und Sagen so Vieles zu erzählen wissen. Die zierlichen Erker waren abgefallen, die Söller und Säulengänge waren entfernt oder vermauert, und auf dem gewaltigen Mauerwerk ehemaliger Warten und Thürme hatte sich im Lauf der Zeit ein Konglomerat von schlechten Bauten aus Fachwerk angesiedelt, das bald einem Verwalter oder Kastellan zur Wohnung, bald einer Invalidenbesatzung zur Kaserne, bald Gefangenen zu Zellen, bald als Speicher, Vorrathshaus, Kneipe oder zu sonstigen ökonomischen Zwecken, wie sie Bedürfniß und Gelegenheit schufen, gedient hatte. Nur wenige Räume, an welche sich ein hervorragendes geschichtliches oder volksthümliches Interesse knüpfte, waren nothdürftig im ursprünglichen Zustande erhalten worden. Das Uebrige der alten Wartburg war dem Zahne der Zeit mit sorglosem Vertrauen auf die Unverwüstlichkeit der Grundmauern überlassen, die mit dem Fels zusammen gewachsen scheinen, auf dem sie ruhen.

Das ist nun seit einigen Jahren anders geworden. Dem jetzigen Großherzog von Weimar war es schon als Erbprinz ein Lieblingsgedanke, die Wartburg in der Weise herzustellen, wie sie zu Zeiten der heiligen Elisabeth der Stolz Thüringens gewesen war. Den ersten Anstoß zur Restauration gab ein Auftrag des Fürsten an einen Maler, den berühmten Wettkampf der Minnesänger am landgräflichen Hoflager darzustellen. Dies führte zu einer künstlerischen Besichtigung und Erforschung der Räumlichkeiten der Burg, damit das Bild auch vom Oertlichen