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können der Teufel und seine Vetterschaft auch jetzt noch so wenig vertragen, als in Luthers Tagen; und auch wir würden uns ihrer gewiß erwehren können, wenn wir stets volle Freiheit hätten, ihnen das Tintenfaß an den Kopf zu werfen. –

Der Klecks ist über eine Hand groß. Er ist seit vierthalbhundert Jahren bei dem öfteren Ausweißen der Ofenwand stets sorgfältig umfahren worden, und daher erscheint er um so viel tiefer, als die verschiedenen Lagen der Tünche betragen. Das Luther-Meublement, was davon noch übrig, besteht aus einem massiven Tisch von Lindenholz, dessen äußere Kanten seit langer Zeit mit starken Eisenschienen beschlagen sind, um ihn vor weiteren Spoliationen zu schützen. Der Volksglaube machte einen Span von Doktor Luthers Arbeitstisch zu einem unfehlbaren Mittel gegen Zahnweh, und am Ende wäre er, der schon um ein Drittel kleiner geworden ist, gar verschwunden, hätte man dem Wunder nicht noch rechtzeitig eiserne Riegel vorgeschoben. In der Ecke neben dem Tisch steht eine Truhe, stark mit Eisenbändern beschlagen, und mit Abtheilungen für Luthers Wäsche und Kleidern versehen; gegenüber der Thür aber fällt ein plumper, mit schwerem Beschlag versehener Schrank von Tannenholz in’s Auge, Luthers Bücherschrank. – Statt des Armsessels, der, sammt der hölzernen Bettstelle Luthers, schon vor zwei Jahrhunderten unter den Messern der Besucher zu Trümmern gegangen ist, wird jetzt das Wirbelstück eines Wallfischgeripps vorgezeigt; der Sage nach hat es Luthern zum Fußschemel gedient. Ueber dem Tisch an der Wand hängt Luthers Bildniß mit den Portraits seiner Eltern, alle drei mit Kranachs, des Malers, Zeichen, aber sicherlich nicht von seiner, des Meisters, Hand; wahrscheinlich sind’s alte Copieen ächter Bilder. – In der letzten Zeit seines Wartburg-Aufenthalts war das Geheimniß seiner Person den Bewohnern des Schlosses verrathen und Luther hielt zuweilen in der Burgkapelle statt des Schloßkaplans die Sonntag- oder Festpredigt. – Als der Tisch durch die eisernen Spangen vor den Messern der Besucher geschützt worden war, übertrug sich der Glaube an die Heilkraft der Späne von Luthers Tisch auf die Kanzel – und auch sie ist guten Theils spanweise durch die Welt gewandert.

Ich habe die Wartburg nur ein einziges Mal als Mann wieder besucht. Wie war doch damals der Eindruck ein ganz anderer, als der, welcher sich in den Erinnerungen aus den Jünglingsjahren wiederspiegelt! – Wie heilig, hehr und verklärt strahlte mich das Reformationswerk am Jubelfeste 1817 an, wie stand es so unverwüstlich vor meinen Augen, da noch die großen Führer des Protestantismus, ein Löffler, Bretschneider, Ammon, Schuderoff, Röhr, in Luthers Geist die Vernunft mit dem Glauben versöhnten und ein jeder derselben stolz war auf den Ursprung unserer Kirche – die Revolution des Gedankens gegen das Dogma, – den ihre heutigen Koryphäen muttermörderisch verleugnen. O laß sie doch, großer Luther!, sich wärmen an der Flamme Deiner Empörung, die armen Schächer, die Deine Heerde nicht mehr wie Hirten, sondern wie Wölfe hüten! Wann that dem Protestantismus mehr noth die Wärme des Lebens? Wann war ihm die todte, starre Form entbehrlicher und schädlicher, als in unsern Tagen? Reden die Zeiten nicht mit feurigen