Seite:Meyers Universum 15. Band 1852.djvu/247
| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Fünfzehnter Band | |
|
|
Zungen? Kann nicht ein Tag kommen, ein Tag des Schreckens und der Trauer, wo uns protestantischem Volk die Wahl gelassen wird, Luthers Lehre abzuschwören – oder zu erwarten, daß sich erneuere das Schicksal der Waldenser? – Dann werden die Protestanten auf die Wartburg ziehen und gen Wittenberg, und pilgern zu Luthers Zelle und knieen an Luthers Grabe, und ihre Thränen werden Luthers Asche wegschwemmen und fluchen werden sie den Hohenpriestern, welche ihre Kirche zur Bettlerin werden ließen. Daß das Lutherthum das erfahren sollte, – daß die zur Hut Berufenen selbst den Gegnern die Waffen schmieden – und seine Kirche zum Spott machen würden ihrer Feinde: – solch ein Loos ist den großen Werken großer Menschen manchmal beschieden. Wehe aber über Diejenigen, welche es verschulden, daß das Heilige, der Ewigkeit würdig, zum Vergänglichen werde – und dreifach Wehe! den Schuldigen, stehen sie als Priester an den Altären.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Fünfzehnter Band. Bibliographisches Institut, [Hildburghausen] [1852], Seite 239. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_15._Band_1852.djvu/247&oldid=- (Version vom 12.9.2025)