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das an der Gesellschaft des Fürsten mit den „Poeten“ beständig ein Aergerniß nahm, wird jetzt zur Aufbewahrung von Gartengeräthe benutzt, und wo die Geistesfunken blitzten, welche eine Welt erhellten, stehen Karren, Spaten und Schaufeln umher. Manche Aussicht, die zu einem unsterblichen Gedicht anregte, ist verwachsen, manche Lieblingsbank Schillers und Göthe’s ist durch die überwuchernde Vegetation feucht, unheimlich und ungenießbar geworden. Wie tief jene großen Menschen für die Reize der Natureinsamkeit empfanden, sagen sie an tausend Stellen ihrer Werke und Briefe. So schrieb Göthe: (an Knebel 1780) „Es hat Neun geschlagen, – ich sitze, das Licht im Fenster, in meinem „„Kloster““ und schreibe Dir. Ich schlich den Abend um die Eingänge der kalten Küche (so nennt das Volk die kühle Parkgegend am Borkenhäuschen) und ich war so ganz in der Schöpfung und so weit von dem Erdentreiben. Der Mensch ist wahrhaftig nicht zur elenden Philisterei des Geschäftslebens bestimmt! Ist’s Einem ja doch nicht größer zu Muthe, als wenn man so die Sonne untergehen, die Sterne aufgehen, es kühl werden sieht und fühlt, – und das Alles für sich, so wenig der Menschen halber; und doch genießen sie’s so oft mit dem Glauben, es sey nur für sie. – Ich will mich baden mit dem Abendstern und neu Leben schöpfen. Leb’ wohl so lange. – – Ich komme daher. Das Wasser war kalt; denn Nacht lag schon in seinem Schooße. Es war als tauchte ich in die kühle Nacht. Als ich den ersten Schritt hinein that, da war’s dunkel. Dann kam der volle rothe Mond über Oberweimar herauf. Es war so stille. Wedels Waldhörner tönten von Weitem und die Ferne machte mich reinere Töne hören – –“.

Vom Borkenhäuschen führen gewundene, bald auf-, bald absteigende Pfade der Ilm entlang, zu einer Felsentreppe, und diese zu einem freien Rasenplatz, auf dem Karl August in spätern Jahren sich ein bequemeres Tuskulum erbaute. Er nannte es das Römische Haus. Es ist ein tempelartiger Bau, dessen von Säulen getragenes Hauptportal sich dem Belvedere zuwendet, während seine östliche Fronte mit einem von braunrothen dorischen Säulen getragenen Portiko auf der Kante einer hohen Felswand steht, an deren Fuß die Ilm rauscht. Zwischen den Säulen ist ein großes steinernes Becken, aus dem einst ein Springbrunnen emporstieg; jetzt füllen es Erde und Blumen. Ein Vorgemach, mit einer Schale von Rosso Antico und einigen Statuen geschmückt, ein größerer Speisesaal, ein Arbeitszimmer und ein Schlafgemach, – das ist der Inhalt des Römischen Hauses, wo der Fürst bis zu seinem Tode mit den Besten und Größten des Volks die schönsten Tage der schönen Jahreszeit genoß. Noch ist die ganze Einrichtung im Innern so, wie er sie verlassen hat. Im Saale hängen einige Familienbilder neben seinem eigenen; im Arbeitszimmer steht ein schlichter Holztisch mit ganz gewöhnlichem Schreibgeräthe; darauf liegt eine Papierscheere, eine Loupe, eine Brille, ein aufgeschlagenes Buch; im offenen Schlafgemach neben an ist das Mobiliar auch nicht splendider, als in einem ordentlichen Bürgerhause; einige Sepia- und Aquarellzeichnungen, italienische Veduten darstellend, zieren unter Rahmen und Glas die Wände.