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nur der Erker, den Schiller selbst inne hatte, ist den Fremden geöffnet. Er enthält drei kleine Zimmer nach der Straße zu. Auch von diesen ist das eine profanen Zwecken hingegeben: in demselben verwahrt nämlich der Kastellan verschiedene Waarenvorräthe, Gyps, Gypsfiguren und allerhand Geräthe und Gerümpel. Das Mittelzimmer ist, leider! auch nicht mehr in dem ursprünglichen Zustande. – In der gut gemeinten Absicht, ihm ein „würdigeres“ Ansehen zu geben, ließ es der Magistrat von Künstlerhand mit Bildern ausmalen, deren Motive aus Schillers Gedichten genommen sind. Ein gestickter Fußteppich bedeckt den Boden; gestickte Sessel, von Weimars Frauen verehrt, reihen sich an den Wänden umher, ein Paar Gypsabgüsse von Antiken stehen in den Ecken; das Ganze ist nett aufgeputzt, ruft aber doch das Bedauern jedes sinnigen Besuchers hervor, der keinen dekorirten Salon, wie es überall welche gibt, sondern die Wohnung Schillers zu sehen herkommt. Aus diesem zweiten Zimmer, das jetzt gleichsam die Stelle des Vorhofs zum Allerheiligsten vertritt, führt der Kustode in’s eigentliche Arbeitsstübchen Schillers. Es hat zwei Fenster nach der Straße zu; ein drittes geht in das Seitengäßchen. Vor diesem letztern steht der Schreibtisch Schillers; – derselbe, von dem er seinem Körner schrieb: „er hat mich freilich zwei Karolin gekostet!“ Niemand wird dieses Prachtstück des Schillerschen Mobiliars, aus dem die vollendetsten Werke des Dichters entstanden sind, ohne Pietät und zugleich ohne Mitleid betrachten, denn das Pult ist so niedrig, daß Schiller nur weit übergebogen und halb liegend an demselben schreiben konnte, – eine Gewohnheit, welche die verderblichsten Folgen auf seine Gesundheit äußerte und seinen Tod beschleunigte. Auf dem Schreibtisch liegen einige Schriftstücke von Schillers Hand, – Fragmente seiner Werke und Briefe – eingerahmt und unter Glas, eine Lage Papier und ein Paar Federn. 6 ordinäre Stühle von braungebeiztem Buchenholz mit rohem Kalbleder überzogen, ein kleiner schlechter Tisch, ein Spinett, über welchem eine Guitarre an der Wand hängt, ein Paar geringe colorirte Kupferstiche, sicilianische Ansichten darstellend, in braunen und schwarzen Rähmchen, eine hellgrüne Papiertapete mit dunkelgrünen Sternchen: – das ist die Ausstattung des Gemachs, zu der man noch das Bett gefügt hat, in dem Schiller starb, das kleine schwarze Nachttischchen mit der unscheinbaren Mundtasse, aus der er den letzten Trank schlürfte, und die Tabaksdose, die er beständig bei sich trug. Ueber dem Bette hängt Schillers Portrait nach Dannekers Büste und ein zweites, das Jagemann nach der Leiche zeichnete. Dieses letztere ist von mächtiger, ergreifender Wirkung. Selbst von der entseelten Stirn, von den geschlossenen Augenlidern, leuchtet noch die ganze Hoheit dieses göttlichen Geistes. Ein kostbar gebundenes Schilleralbum bewahrt in einer, dem Deckel eingefügten, Glaskapsel eine seidenweiche, blonde Locke von Schillers Haupt – eine Reliquie, aufrichtiger verehrt und der Verehrung werther, als die mancher Heiligen! – –