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Thälern nothdürftige Nahrung finden. Von Hausthieren findet bloß der Hund ein Fortkommen. Torf und Treibholz, das die Strömungen des Meeres der Küste in Menge zuführen, geben Brennstoff in Fülle.

Trotz der Oede und Verlassenheit des Landes fehlt es ihm doch nicht an landschaftlicher Pracht. Es ist aber jene Pracht, die durch ihre Größe und ihre Kontraste mehr erdrückt, als erfreut. Keinen grandioserern Anblick, aber auch keinen furchtbarerern gibt es als die Gletscher und Schneeberge Grönlands, die sich oft bis in die Wolken verlieren und umgeben sind von strahlenden Eisgestalten aller Formen und Gestalten.

Einen noch imposanterern Anblick bieten öfters die felsigen Küsten dar. Eisberge thürmen sich vor denselben auf, deren Glanz, das Licht in allen Farben brechend, viele Meilen weit über das Meer hinstrahlt. Manchmal sind die schmalen, tief in’s Land gehenden Buchten von Eisbergen überwölbt. Mit furchtbarer Gewalt wühlt die Brandung die krystallenen Gewölbe weiter aus, bis ein Theil derselben einstürzt und nichts stehen bleibt als eine ungeheure Brücke, die zuweilen Jahre dauert. So stand im Jahre 1852, und steht vielleicht noch, am südwestlichen Gestade, zwischen dem 61. und 62. Breitengrade, ein Eisgewölbe, das, bei 60 Klafter Breite und 100 Klafter Dicke, eine Bucht von nicht weniger als 3 Stunden Breite überspannte. Mit diesem Bauwerk der Natur verglichen, würden die größten Menschenwerke in Nichts verschwinden.

Trotz der entsetzlichen Rauhheit des Klima’s, das selbst auf den südlichsten Punkten des Landes, unter einer Breite, welche die von Petersburg kaum erreicht, noch kälter ist, als in Lappland, ist doch die Luft in allen Ansiedelungen sehr gesund. Die Leute werden fast nie krank, und erreichen, wenn sie mäßig leben und sich durch warme Kleider schützen, ein sehr hohes Alter. Der Skorbut ist zwar eine große Plage; man kann sich aber durch angemessene Nahrung davor bewahren. Im Sommer hat Grönland keine Nacht; am 24. Mai geht die Sonne zum letzten Male unter und bleibt bis zum 20. Juli über dem Horizonte. Am 24. November nimmt sie Abschied vom Grönländer, der sie erst am 13. Januar wieder begrüßt. Nur auf einige Augenblicke zeigt sie sich an diesem Tage, steigt dann allmählig immer höher bis den 23. Mai, wo sie nur noch auf ein Paar Sekunden verschwindet. – Das Reisen in Grönland geschieht zur Sommerszeit gewöhnlich bei Nacht, während die Sonne am Rande des Horizontes zu wandeln scheint; denn dann ist fast immer die Luft still und heiter und die gefährlichen Schneestürme sind nicht zu fürchten. Im Juni und Juli ist die Sonne zur Mittagszeit oft so drückend heiß, wie in Rom oder Florenz. Dann sieht man, so zu sagen, Gras und Kräuter wachsen, so außerordentlich rasch geht die Entwickelung des Pflanzenlebens vor sich. In den sonnenlosen Wintertagen ist fast beständig Mondschein und die Sterne funkeln am Firmamente mit einer Pracht und Klarheit, von der wir uns kaum eine Vorstellung machen können. So hell ist’s in dieser langen Nacht, daß man im Freien mit Leichtigkeit lesen kann. Volle Tageshelle aber wird es dann, wenn das Nordlicht seine farbigen Strahlen über das Himmelsgewölbe spannt. Lufterscheinungen aller Art, Feuerkugeln,