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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Fünfzehnter Band | |
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Eine Linde, ein Paar Tannen und Akazien beschatten das Plätzchen. Schiller kaufte diese Besitzung im Jahre 1796. Auch als er schon nach Weimar gezogen war, kehrte er oft des Sommers dahin zurück. Die herrlichsten Werke dieser Periode sind in dem Erkerstübchen entstanden, in demselben, wo er oft mit Göthe bis spät nach Mitternacht zusammensaß,
Den Sphären lauschend,
Gedanken tauschend;
Einer dem Andern, zu Beider Ruhme,
Sonne zugleich und Sonnenblume.
In sternenheller Nacht, oder wenn der Vollmond sein bleiches Zwielicht in die schattigen Gänge warf, sah man sie oft wallen, Arm in Arm, horchend den Chorälen in den Baumwipfeln, oder sprechend von den Kräften, welche Welten um Welten führen, und von der Macht, welche die Gestirne im unermeßlichen Raume aufgehangen und ihre Bahnen geordnet. „Da flogen“, berichtet ein Freund Göthe’s von solchen Stunden, „die Lichtheere an ihrem Blick vorüber, ihre Seele badete im Strome der Milchstraße und wälzte sich jubelnd im Blüthenstaube junger Welten“. –
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Fünfzehnter Band. Bibliographisches Institut, [Hildburghausen] [1852], Seite 276. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_15._Band_1852.djvu/284&oldid=- (Version vom 14.9.2025)