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DCCVIII. Broadway in New-York.




Jeder Graukopf hat im Leben Augenblicke gehabt, wo er sich dem Teufel verschreiben mochte. Wenn Noth und Sorge zwicken und zwacken an allen Nervenbündeln der Seele; wenn Furcht und Haß, Unmuth und Zorn mit der neunschwänzigen Katze geißeln; wenn jeder Glücksplan in Unheil ausgeht, keine Arbeit, kein Können, kein Wagen mehr verfangen, kein Gebet mehr trösten will; wenn der Platzregen des Unglücks auf den Menschen niederprasselt, wie aus den Schleusen des Himmels während der Sündfluth; wenn kein Freund mehr Stand hält und jede Treue in Verrath umschlägt: – dann mögen wohl auch starke Geister den Bösen anrufen und als letzten Helfer in der Noth citiren. Wer, in dessen Leben Sturm und Sonnenblicke, Auf und Nieder, häufig wechselten, hat nicht schwache Stunden gehabt, wo er sich von Gott verlassen wähnte? Ich habe es an mir selbst erfahren. Mein ganzes Daseyn ist ein Ringen und Kämpfen, ein Mühen und Plagen, ein beständiges auf der Bresche Stehen gewesen, und seit meine Wehrkraft sinkt und das Alter Körper und Geist schwächt, wird das Gefühl der Ueberlegenheit geringer und das stolze Selbstvertrauen wankt auf seinen Fundamenten. Die feindlichen Gewalten, die es auf Verderben angelegt, haben meine Schwächen und meine Noth erforscht, und wo keine ist, da weiß der schleichende Verrath welche herbeizuführen. In solchen bedrängnißvollen Tagen hatte ich wohl auch zuweilen ein Gelüste, den Teufel zu citiren: aber der träge Bursche ist allemal zu spät gekommen, und wenn er kam, so wurde ihm die Thür gewiesen. Ein Verzweifeln kann auf Augenblicke auch den tüchtigsten Menschen überkommen. Es ist ihm keine Schande. Wo es aber dauert, führt es in sicheres Verderben. Sichselbstverlassen ist der Seele Tod. – „Herr! führe uns nicht in Versuchung!“ – bete darum Jeder am Morgen, wie am Abend. –