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„Guten Tag, Reichs-Parlamentsmann! Was gibt’s Neues?“ – „„Pierçe hat, um die Vollblütigkeit unseres Staatsschatzes zu kuriren, für Kanada 100 Millionen geboten, und bei Barnum ist Washingtons Tante und die Seeschlange ausgestellt““. – „Die Schlange möchte ich sehen –“, sagte mein Sohn, der New-Yorker Buchhändler, und Arm in Arm schlenderte er mit seinem Freunde Fröbel, – der einst mit Robert Blum auf der Schwelle der Ewigkeit gestanden, – von White-Hall-Kay durch die schattigen Gänge des Parks nach der Marmor-Fronte des Rathhauses. Sie waren wenige hundert Schritte gegangen und Broadway that sich auf mit seiner unendlichen Perspektive. Broadway ist die prächtigste Straße in der neuen Welt. Sie beginnt am Südende der Stadt, fast am Meerstrand und führt in gerader Linie, in einer Breite von 100 Fuß, anfänglich unter dem eigenen, dann unter anderen Namen, bis zum nördlichen Ende New-Yorks, so daß sie es der ganzen Länge nach durchschneidet. Der ländliche Charakter, welcher in den Gängen des Parks und den Alleen der Batterie oder Castle-Gardens Dich in New-York anweht, ist mit dem ersten Tritt in Broadway verschwunden; es umfängt Dich das Leben der Weltstadt wie eine brausende, schäumende Woge des Oceans.

Ein Dualismus beherrscht die ganze amerikanische Welt, und er macht sich kenntlich in jedem ihrer Theile. Das ganze Wesen des Yankeethums spiegelt sich in Broadway wieder. Es ist da Etwas, was der Ebbe und Fluth des Meeres, Tag und Nacht, Mann und Weib gleicht. Zu den Gegensätzen gesellt sich das Uebermaß; es ist sichtbar in allen Dingen und Erscheinungen. Wo aber ein Uebermaß ist, ist auch ein Mangel. Jedes Süß hat sein Sauer, und jeder Fähigkeit, durch die wir Vergnügen empfangen, ist eine entsprechende Strafe für ihren Mißbrauch auferlegt. Die Natur haßt Uebertreibung, sie duldet kein Monopol des Genusses und des Vergnügens, ohne die Monopolisten zu züchtigen. Wenn der Reichthum praßt, vermehren sich auch Die, welche ihn verzehren; häuft der Sparsame Besitzthümer auf, so gibt die Natur ihm die Sorge zum Begleiter. Für jedes Ding, das der Mensch gewinnt, verliert er etwas. Die sich aufbäumenden Wogen des Meeres suchen nicht eiliger die ausgleichende Ebene, als das Uebermaß im Leben und dessen Erscheinungen ein nivellirendes Verhältniß. Es findet sich immer ein Etwas, das den Uebermüthigen, den Starken, den Reichen, den Mächtigen, den Glücklichen hinabdrückt, und mit dem Minderbegabten und Minderglücklichen in ein Gleichgewicht zu bringen trachtet. Das beobachtende Auge wird dies überall finden; nur darf es sich vom Schein nicht täuschen lassen.

Das äußerliche Leben in Broadway trägt durchgängig den Stempel des Reichthums, des Luxus und des Vergnügens. Alle Etablissements in dieser Straße, – die Läden, Hotels, Kaffee- und Speisehäuser, Konditoreien, Austernkeller, Lesezimmer und Klubs – alle, bis zu den Salons der Haarschneider, Barbiere und Zahnausreißer herab, sind mit übertriebenem Prunk ausgestattet. Es macht, von außen besehen, eine großartige Wirkung, zumal auf den Neuling. Ueberall blitzt’s und blendet’s, flackert’s und funkelt’s; doch unter all’ dem Schein und Schimmer