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in diesen Mammuthsgarküchen Jahr aus Jahr ein, und man kann sich nach dieser Zahl das Leben an diesen Orten zur Essenszeit vorstellen, dies unablässige Wogen der Gehenden und Kommenden, das Gewirr und Gewühl von Hungrigen und Gesättigten. In manchem Hause rechnet man die täglichen Gäste nach Tausenden. Viele der Paläste im fashionablen oberen Stadttheil sind von den Schillingsstücken gebaut worden, mit denen die Geschäftsleute in diesen Speisehäusern ihr einfaches Mahl bezahlen, und mehr als einer der stolzen Landsitze auf Staaten-Island und in Jersey gehören Leuten, die in den Restaurationen von Broadway in kurzen Zeiträumen große Vermögen erwarben. –

„Die Seeschlange aber?“ – Schau’ hinüber auf die Wand des Palastes, von dessen Dach das riesige Sternenbanner flattert, dort an der Ecke der Annestreet, – dort hängt ja ihr Conterfey unter Mißgestalten und Bestien aller Zonen, und umgeben von dem Wappengethier vieler Könige und Fürsten. Eine goldene fünf Ellen hohe Inschrift kündigt Dir an, daß Du vor Barnum’s Museum stehst. Der Yankee-Doodle schallt von den Balkonen, Böller knallen auf dem Plateau des Daches, und im Innern des Gebäudes lärmt’s, tobt’s und brüllt’s wie aus einem Pandämonium; bei Nacht aber beleuchtet eine künstliche Sonne den Tempel des Gottes Humbug, dessen Verehrer der Oberpriester täglich zu Tausenden zehntet.

Barnum, der Erbauer und Eigenthümer dieses merkwürdigen Hauses, in dessen Sälen und Korridors aus allen Ecken und Enden der Welt, ohne Wahl und Kritik, hunderttausend leblose und lebendige Dinge, – Kuriositäten, Kunsterzeugnisse und naturhistorische Sammlungen, Riesen und Zwerge, ägyptische Mumien und Schädel berühmter Männer, – aufgestapelt sind, ist in seiner Weise ein Genie, – ein Genie freilich, das ihn in der alten Welt auf die Galeere oder in’s Zuchthaus gebracht haben würde, während es in der neuen sein Glück gemacht hat. Barnum, seines Zeichens ein Kürschnergesell, kommandirt jetzt eine Million Dollars, ist der größte Güterbesitzer in Konnektikut und Ohio, Partner oder Direktor mehrer Banken; sein Name figurirt auf den Kandidatenlisten bei den Wahlen von Govornors und Senatoren; der Mann präsidirt in politischen und landwirthschaftlichen Vereinen, er empfängt als Mäcen der Wissenschaften und Künste die Huldigungen der Dichter. Er hat es mit Vielem versucht, ehe er den rechten Weg zum Glück ausgemittelt. Er war nach einander Seifensieder, Essigbereiter, Schriftsetzer, Buchdrucker, Wahlagent, Stumpredner, Schiffsmäkler und nebenbei ein Lump überall. In einer sonnigen Schicksalsstunde gerieth er auf den Einfall, einem bankerotten Menagerieführer seine verhungerten Bestien abzukaufen – und gefunden war die Leiter des Glücks, auf der er von Staffel zu Staffel emporstieg, bis er im Stande war, sein Museum zu bauen für 120,000 Dollars, fünfzig Federn zu miethen und fünfhundert Zeitungen zu bestechen, um seinen Humbug durch die Union zu posaunen, täglich 150,000 Straßenecken, Omnibusse, Dampfboote, Wirthsstuben und Ladenwände mit seinen Plakaten und Annoncen zu bekleben, und bald