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den General Tom Dumb, bald die Jenny Lind an seinen Triumphwagen zu spannen. In der Wahl der Mittel macht sich Barnum niemals Skrupel. Er näht ein Rudel Büffel in Bisonfelle ein, streicht ein halb Dutzend junger Bursche, ächte Kinder von New-York, roth an, putzt sie mit Federmütze, Köcher und Bogen als Indianer des Felsengebirgs heraus und ladet dann zum Schauspiel einer Bisonjagd ein; er läßt aus Pferdeknochen und Fischgräten unbekannte, riesige Ungeheuer der Vorwelt zusammensetzen und bringt die gelehrte Welt mit „unzweifelhaften Zeugnissen“ ihrer Aechtheit und mit „glaubwürdigen Berichten“ über Vorkommen und Fundorte in Staunen und Streit; er verwandelt weißhäutige Knaben in schwarze Aethiopier; er räumt die Trödelbude eines Hebräers aus, um die Lumpen und Lappen, die alten Tabaksdosen und ausgedienten Spazierstöcke, die verrosteten Degen und Pistolen etc. als Reliquien von Fürsten des Geistes und von Helden der Schlachten in vergoldeten Schränken hinter Spiegelgläsern zu zeigen. Zur Zeit des mexikanischen Krieges producirte er das Bein von Santa Anna in einer ungeheuern Spiritusflasche, obschon dem mexikanischen Feldherrn in der Schlacht von Buena-Vista nur ein Stück seines hölzernen Stumpfs abgeschossen worden war, da er das Bein selbst schon zehn Jahre früher vor Vera-Cruz verloren hatte; und wenn eine Zeitungs-Ente durch die Union schwimmt, ein Bericht von einem fabelhaften Geschöpf der Tiefe, einer Meermaid oder einer Seeschlange, – so kannst Du gewiß seyn, es nach wenigen Wochen bei Barnum zu sehen. Das Publikum rennt, läuft, zahlt, schaut; es lacht, betrogen, seine eigene Leichtgläubigkeit aus, oder es murrt, schimpft, schreit Humbug! – aber Barnum setzt der guten, wie der bösen Laune stoische Gleichgültigkeit entgegen, freut sich seiner goldenen Ernte, lacht sich in’s Fäustchen und macht den Spektakel durch einen neuen Humbug vergessen. Der Tom-Dumb-Humbug, – er ließ den Zwerg auf einem, aus einer Schildkrötenschale gefertigten, mit Silber verzierten Wägelchen von acht Elephanten durch die Stadt ziehen, – warf ihm 60,000 Dollars ab; der Jenny-Lind-Humbug, für den er mit einem Aufwande von 50,000 Dollars alle Komponisten, Redakteure, Autoren, Buch- und Musikalienhändler, alle Haarkräußler, Putzmacherinnen und alle Künste der Reklame in Bewegung setzte, um das ganze Land für seine schwedische Nachtigall toll zu machen, brachte ihm über 200,000 Dollars ein; und jetzt, wo der Mann eine Million sein nennt, erinnert man sich kaum mehr des Schmutzes und der Unehre, die daran haftet, und Barnum gilt in der neuen Welt als „ein großer Geschäftsmann“, glücklicher als Cagliostro und St. Germain, die mit weit größeren Fähigkeiten in der alten Welt es nie über den Ruf „famoser Betrüger“ bringen konnten.

„Wie ist es aber nur möglich“ – wird man fragen, „daß ein so weltkluges Volk sich mit so kindischer Leichtgläubigkeit vom plumpsten Betrug beständig täuschen lassen kann? Wie verträgt sich solches mit dem Rufe des praktischen Verstandes, der ihm in so hohem Grade beiwohnt?“ Ich sehe keinen Widerspruch. Verstand allein schützt nicht vor Leichtgläubigkeit. Der Mangel an Gemüth, Geist, Genie erklärt das Uebrige. Der Verstand bringt Pläne,