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DCCXXVII. Die Marienburg in Preußen.




Je ärmer die preußischen Niederungen an Allem sind, was dem Sinn für das Schöne und Erhabene in der Natur und Kunst gefallen könnte, je einförmiger dort die Physiognomie ist von Feld und Wald, um so angenehmer wird es überraschen, in einer solchen Gegend eine Prachtblüthe der alten Kunst zu treffen, die, wie eine Maleiche, welche ihre tausend Aeste hinauf und hinaus in’s Weite streckt, Bewunderung erregt. Nehmt der mittelalterlichen Geschichte Preußens seinen Deutschritterorden, nehmt den Ufern der Nogat und Weichsel Marienburg und Danzig, so habt ihr die schönsten Perlen weggenommen, und was übrig bleibt, ist Gewöhnliches und Nüchternes, an dem weder das Gemüth sich erheben, noch die Poesie hinaufranken kann. Wer freilich schon zufriedengestellt ist, sobald nur die materiellen Interessen gewahrt sind und blühen, und der Wohlstand gedeiht; wer sich von der Geschäftigkeit auf den Strömen, Chausseen und Schienenwegen in der fruchtbaren Niederung vorzugsweise angezogen fühlt und sich daran gewöhnt hat, sie als den wahren Ausdruck der Volksglückseligkeit zu betrachten; wer in dieser Zeit, welche den Eigenvortheil als einzigen Gott anbetet und in der Befriedigung der Sucht nach Genuß das Höchste des Lebens erkennt, mit sich einig geworden ist, in dem Idealen nur einen schädlichen Ballast des Geistes zu sehen, und in der Kunst, sobald sie über ihre Berechtigung, den Komfort zu dekoriren, hinaus geht, etwas Ueberflüssiges – der wird in der Trümmerherrlichkeit der Marienburg etwas sehr Gleichgültiges finden. Andere fühlen ihre Theilnahme nur durch den Gedanken getragen, daß der alte Bau doch brauchbares Material für andere Zwecke biete, und sie werden bei dem Anblicke der majestätischen Räume, ihrer edlen Pracht und ihres überschwenglichen Ornamentenreichthums vielleicht berechnen, wie viel Wispel Korn dort gelagert, wie viel Sträflinge dort untergebracht, wie viel Maschinen und Fabrikarbeiter dort beschäftigt werden könnten. Für solche Prosaiker des Lebens, welche den