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Meilen weiter abwärts wird das Auge durch die merkwürdige Scenerie überrascht, welche unser Stich so vortrefflich darstellt. – Die Stone-Walls sind kein isolirtes Prachtstück der Natur; sie setzen mehrere Meilen weit fort, wechseln ihre Formen in der größten Mannigfaltigkeit; sind immer neu, unerwartet, gewaltig und großartig, und oft von den wildesten und schrecklichsten Gestalten. Streckenweise repetiren sie die Bilder unsers romantischen Rheingaus, nur in viel größeren Verhältnissen; ein Landschaftsmaler könnte dort Stoff für eine ganze Gallerie der seltensten Veduten auf einem verhältnißmäßig kleinen Raum sammeln. Erst in der Gegend, wo der Yellow-Stone-River seine grünen Wogen mit denen des Missouri vereinigt, im Lande der Sioux, legt der nun schon groß gewordene Strom den romantischen Charakter ab, und ruhig, wie der zum Mann gereifte Jüngling, wälzt er seine Gewässer durch die unermeßlichen Prairien, welche, der Kultur durch den weißen Menschen harrend, gegenwärtig die Jagdgebiete der Indianerstämme bilden. – Doch kehren wir zur Betrachtung unseres Bildes zurück! Die geologische Struktur der Felsen, ein horizontal geschichteter Quadersandstein von ungleicher Farbe, ähnlich dem Sandstein der sächsischen Schweiz, hat die Bildung so abenteuerlicher Formen durch die tausendjährigen Wirkungen von Wasser und Luft möglich gemacht. Die Felsen sind zuweilen von oben bis unten zerklüftet und gespalten, und die Auswaschungen haben die sonderbaren Gestalten, Schlössern, Ritterburgen, Ruinen, Thürmen, Minarets und Obelisken ähnlich, zurückgelassen. In manchen Fällen ragen diese Gebilde 600 Fuß hoch empor. Die bunte Färbung des Sandsteins in den verschiedenen Schichten – bald ist sie röthlich, bald gelb, weiß oder braun, – gibt den Gestalten ein schäckiges Ansehen und macht sie um so befremdender. Stürme und Regengüsse lösen die leichter zerstörbaren Theile des Gesteins ab und bringen eine fortdauernde Umänderung der phantastischen Formen hervor. – Der Geolog erkennt in den Stone-Walls die letzten Außenposten der eigentlichen Rocky-Mountains. Die innern Züge dieses Gebirgs gehören älteren Formationen an. Seine stolzen Gipfel, die der Reisende vom Missouri aus zuerst gewahr wird, sind schroffe Granitkegel, von Gneiß, Glimmer- und Thonschiefer mantelförmig umlagert. Einige sind kahler, öder Fels ohne alle Zeichen der Vegetation, andere sind mit verkrüppelten Cedern, Kiefern und Buschwerk spärlich bewachsen, während das Gras in den Schluchten den Büffeln, Antilopen, Bären und andern Thieren eine kümmerliche Nahrung gewährt. Bisonheerden werden während des Sommers in den tiefen Thälern dieser unwirthlichen Gegenden angetroffen, und dann kommen die kriegerischen Indianer-Stämme und die räuberischen Horden verwilderter Trappers in das rauhe Bergland, um den Bison und den grauen Bären zu jagen. Auf den tieferen Stufen des Gebirgs, im Bereich der Stone-Walls, und in den Gegenden hinterwärts derselben liegen Strecken welligen Landes mit thonigem Alluvialboden, welcher, kulturfähig, europäischen Einwanderern Unterhalt gewähren kann, nachdem der rothe Mann verschwunden seyn wird. Wer eine gesunde, reine Bergluft, in der Fieber und andere Krankheiten selten vorkommen, dem reichen, aber ungesunden Lande der Niederung vorzieht, wird diese