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DCCXXXIV. New-Orleans.
(Die Levee.)




Es ist eine Eigenthümlichkeit der amerikanischen Städte-Ansichten, daß sie wenig oder nichts Eigenthümliches haben. Das liegt an der Uebereinstimmung des Bedürfnisses und der natürlichen Bedingungen, denen die amerikanischen Städte ihre Entstehung verdanken. Ueberall, wo sich Knotenpunkte des Verkehrs bildeten, an den Mündungen oder Vereinigungen von Strömen, an den natürlichen Häfen des Meeres oder der Seen, wurden Städte angelegt, rechtwinklich sich durchkreuzende Straßen gezogen und mit Wohnungen und Geschäftshäusern bebaut, welche sich, da sie eben nur dem nächsten Bedürfniß, dem der Zweckmäßigkeit, entsprungen, in allen Städten Amerika’s sich gleichen, wie ein Ei dem andern. Eine weitere Entfaltung der Architektur konnte erst mit dem Luxus kommen, nachdem den Anforderungen der dringenden Nothwendigkeit Genüge geschehen war. Bis jetzt sind es die größeren Seestädte vorzugsweise, wo sich der baukünstlerischere Sinn entwickelt hat, welcher sich zunächst an den öffentlichen Gebäuden bethätigt; weniger an den Kirchen, am unmerklichsten am Wohnhaus. Noch aber ist Schönheit der Form ein so wenig hervorragender Zug in der Physiognomie amerikanischer Großstädte, daß es beim Beschauen derselben, wie auf unserem Bilde, fast außer Betracht bleibt. Es erstrecken sich noch immer die Städte in langen ununterbrochenen Linien am Flußufer oder der flachen Seeküste hin, und da ihnen selbst der landschaftliche Schmuck der Umgebung meistens abgeht, so verursachen sie dem Reisenden den Eindruck der langweiligsten Einförmigkeit.