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redselige Gesandte Frankreichs hat den schwarzen Chargé d’affaire seiner Majestät Faustin I. zur Seite; der Konsul irgend eines Heinrichs Nr. 70 oder 80 aus Reußenland zündet behaglich seinen silberbeschlagenen Meerschaumkopf an derselben Kerze an, an welcher der tätowirte Winnebago-Häuptling die Friedenspfeife ansteckt. Trotz dem geht es, wenn auch weniger ceremoniell und steif, doch nicht weniger anständig zu als unter dem Scepter der strengsten Etikette an der kaiserlichen Tafel zu St. Cloud, oder in der Wiener Hofburg, und die gelegentlichen Verstöße irgend eines Gasts aus den Hinterwäldern oder aus den Wigwams am Missouri, der vielleicht zweimal Suppe fordert und Pasteten mit dem Löffel ißt, werden so wenig beachtet, als der Mangel an Feinheit und Gewandtheit in der Konversation bei einem Tischgenoffen, der kaum 50 englische Worte radebrechen kann, oder dessen Mittheilungsvermögen gezwungen ist, sich auf die Zeichensprache zu beschränken.

Das Winterquartal ist die Saison für die Lever’s des Präsidenten. Wie die Reunion’s an unsern kleinen Höfen, versammelt das Lever einen weitern, weniger scrupulös gewählten Kreis von Personen in den Bibliothek- und Konversationssälen des weißen Hauses zur zwanglosen Unterhaltung über Politik, Kunst und Wissenschaft. Ein Ball oder Koncert knüpft sich daran, und kürzt die Stunden des Abends. Der einfache schwarze Frack ist für die Männer bei solchen Gelegenheiten das Galakleid; nur die fremde Diplomatie erscheint in Uniform; sie stolzirt einher wie die Pfauen unter den Raben. An den Glanz eines Hofballs in den Tuilerien, oder in St. James, ist freilich niemals zu denken; aber die Summe des Vergnügens für die Gäste ist darum nicht geringer. Das „East Room“ (der Ballsaal), ist mit Geschmack, obschon sehr einfach ausgestattet. Keine Vergoldung blendet das Auge, keine kostbaren Gemälde schmücken die mit weißem Marmor getäfelten Wände. Es ist einleuchtend, daß der Reiz der Bälle im weißen Hause viel von den Eigenschaften der Dame abhängt, welche die Ehren des Hauses, als Wirthin, empfängt und ausgibt. Nicht allen großen Männern hat das Schicksal Frauen zugetheilt, begabt mit dem Talente der Repräsentation in der Gesellschaft, und nicht alle amerikanische Präsidenten waren so glücklich wie Washington und Madison, deren Gemahlinnen durch Geist und Anmuth zum Mittelpunkte der glänzenden Gesellschaft wurden, welche sie umgab. Aber auch die einfache Hausfrau eines Polk oder Pierce ist im „weißen Hause“ am rechten Platz, und daß des Hauses Herrin keine Fürstin sey, deren bezaubernde Liebenswürdigkeiten nicht selten das Elend und Unglück der Völker zur Folie haben, – daß glänzende Gestalten, wie die einer Pompadour und Dubarry, einer Howard oder Lola Montez im East-Room unmögliche Erscheinungen sind, – das ist gewiß für Amerika kein Unglück. –