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Es giebt zwar einige Schwärmer, die von einer unabhängigen Walachei träumen und auf der Karte nachstudiren, wie groß das unabhängige Reich werden könnte, wenn man die rumänischen Theile Siebenbürgens und Bessarabiens mit den beiden Fürstenthümern vereinigte, und die da fragen, warum sie, die Abkömmlinge der Römer, nicht desselben Rechtes genießen sollten, wie die Hellenen oder selbst die Serben. Antwortet man ihnen aber, daß zu einer erfolgreichen Bewegung ein freies Volk und nicht leibeigene Bauern und Sklaven mit einigen Tausend Bojaren an der Spitze gehören – dann rollen sie ihre Karten zusammen, stecken ihre französisch geschriebenen Broschüren ein, und hören auf, über ein Thema zu sprechen, welches sie auf die Befreiung ihrer Sklaven bringen müßte.

Das Unglück dieses, wie mancher Länder des Ostens ist, daß ihm ein fleißiger, strebsamer Bürgerstand fehlt. Sklaven und Herren können in unserer Zeit keinen Staat bilden. Aber am südlichen Rande der Walachei, dort, wo, auf deutschen Schiffen getragen, deutsches Leben auf dem deutschen Strome herabkömmt, bilden sich die Anfänge eines neuen Bürgerthums – und vielleicht wird sich Aehnliches im Norden wiederholen, wenn, dem Willen und den Privilegien der Bojaren zum Trotz, auf dem Wege, den die österreichischen Heere gezeigt haben, durch die Pässe der Karpathen, westliche Kultur und westlicher Fleiß einziehen. Germanen haben vor anderthalbtausend Jahren die Regeneration verrotteter und verfaulter römischer Provinzen bewirkt; Deutsche scheinen von Neuem berufen, dieser verrotteten römischen Kolonie auf dacischem Boden frische Lebenskraft einzugießen.




DCCXXXVIII. Die Plaza de Armas
in Havana.




Die Havana heißt und ist die Perle unter den Antillen. Auf unserem Bilde aber haben wir es mit einer ihrer geringsten Schönheiten zu thun. Wir sehen nichts von tropischer Landschaft, von leuchtenden Gebirgen und lichtblauem Himmel, wie sie die Phantasie eines Jeden erfüllen, der den Namen Havana hört, fügen aber zum Trost des Lesers hinzu, daß unser Zeichner auch diese Herrlichkeiten in seiner Mappe heimgebracht hat und wir sie ihm gewiß nicht lange vorenthalten wollen. Den Anfang aber machen wir mit einem Stück Menschenwerk, damit wir uns auch an die Menschen jener Zone erinnern, die sonst, wenn wir uns in den Palmenwäldern und Orangenhainen erst einmal ergehen, in Gefahr kommen, gänzlich unbeachtet zu bleiben. Begleiten wir daher unseren Künstler am ersten Abend seiner Ankunft die hell erleuchteten Straßen entlang, den offenen Häusern vorbei, durch deren scheibenleere