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dem Orient, außer hohen Gehalten das Privilegium genießen, durch Erpressungen oder Feilbieten der Gerechtigkeit und ihrer einflußreichen Gunst in wenigen Jahren große Geldsummen oder einträgliche Plantagen zu erwerben, und kehren dann nach Spanien zurück, in den Stand gesetzt, den Glanz ihrer Familie oder des Hofes zu erhöhen. Je nachdem der Gouverneur seine Gewalt zur bestmöglichen Erreichung dieser Zwecke handhabt, gilt dies als Maß seiner Pflichterfüllung und Tüchtigkeit. Obgleich Kuba mit den höchsten Prohibitiv-Zöllen auf alle nicht einheimischen Erzeugnisse und Manufakturen, welche, sammt den enormen Kopf-, Besitz-, Produktions- und Luxussteuern, ungeschmälert in den Schatz der Regierung fließen, belastet ist, – denn Ameliorationen bleiben dem Privatfleiß der Einwohner überlassen oder vielmehr ungethan, – so steigt dennoch fortwährend die Bodenkultur und mehrt sich der Wohlstand des Landes. Man hält deshalb den Schritt der Entwickelung in Kuba unter strenger Kontrolle und sorgt dafür, daß von der verschwenderischen Freigebigkeit der Natur und der überschwenglichen Produktivität des Bodens nur so viel den Besitzern und Einheimischen zu Gute kommt, als eben nöthig ist, die Quellen des Reichthums vor dem Versiegen zu schützen. Es ist natürlich, daß ein solches System der Erpressung nur durch die brutale Gewalt aufrecht erhalten werden kann und die im Geheimen wuchernde Unzufriedenheit der Belasteten und ihr Wunsch nach einer Aenderung der Zustände zu häufigen Kollisionen mit den Gewaltmaßregeln einer despotischen und verachteten Regierung führt. Glücklicherweise für letztere fehlt dem entarteten Geschlecht der Kreolen der Muth und die Energie eines offenen entschlossenen Widerstandes und wie in allen derartig organisirten Staaten ist’s der Weg der Verschwörung und Intrigue, auf dem die getretene Menschenwürde Befreiung sucht. Ein wohleingerichtetes Polizei- und Spionirsystem, bezahlte Denunciation und gutbelohnter Verrath, an der Hand einer mit rücksichtsloser Grausamkeit gehandhabten starken Militärmacht, vernichten jedesmal und sicher den Ausbruch solcher Empörungsversuche und beuten sie zum eigenen Nutzen aus, indem eine unterwürfige Justiz mit Blut und Verbannung auch den leichtesten Verdacht der Mitschuld verfolgt und die Konfiskationen von Gütern und Vermögen der Henker und Regierung Taschen füllen. So ist seit Jahrhunderten die rebellische Insel regiert worden, ohne daß ein Gefühl der Unsicherheit, trotz des Wechsels in den Regierungsformen Spaniens, eine Aenderung in Anregung gebracht hätte; im Gegentheil, man hat diesen Zustand sorgfältig gepflegt und dafür gesorgt, daß die Verschwörungslust der reichen Eigenthümer nicht aussterbe. In neuerer Zeit aber ist ein anderes, gefährlicheres Element hinzugetreten, welches den Fortbestand dieser Zustände sehr in Frage stellt; es ist das lebhafte Interesse des benachbarten Nordamerikas, welches die heftigsten Störungen im Status quo hervorbrachte und die Sicherheit der spanischen Herrschaft auf Kuba in seinen Grundvesten erschütterte. Das Volk der Nordamerikanischen Freistaaten hat es als seine „manifest destiny“, – seine providentielle Mission, würde der kleine Abklatsch des großen Kaisers sagen, – verkündet, Herr des westlichen Kontinents zu werden und es spricht sich jetzt bereits das Recht zu, in die Angelegenheiten anderer Staaten und Nationen eigenmächtig sich zu