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Proteste und Genugthuungs- oder Schadenersatz-Forderungen bei der Regierung in Madrid blieben unbeachtet. Je schwächer aber die Vereinigte-Staaten-Regierung sich bei diesen Vorfällen zeigte, desto heftiger entbrannte im Volk, namentlich des Südens, der Haß gegen Spanien, die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit der Befreiung und des Besitzes von Kuba, und, zur Ehre des Rechtsgefühls wollen wir hinzufügen, die Theilnahme für die Leiden der armen Kreolen. Mit der offensten Freimüthigkeit und mit dem Feuer der innersten Entrüstung wurde in den Zeitungen, in Volksversammlungen, in den Klubs und auf der Straße die Frage der Befreiung Kuba’s diskutirt, man bestürmte die Exekutive, damals General Taylor, um energische Wahrung der amerikanischen Nationalinteressen, die aus dem mexikanischen Feldzug heimgekehrten Helden boten ihren Arm, die reichen Pflanzer und Spekulanten des Südens ihr Geld, Abenteurer aus aller Herren Länder ihre Haut. Die große Zahl der in den Vereinigten Staaten verbannt oder flüchtig lebenden Kubaner bildeten eine Junta, entfalteten das Banner des Lone Star als Symbol der Unabhängigkeit und beriethen die Mittel zur Rettung ihres Vaterlandes.

Die Seele der Bewegung aber war Einer, dem das befreite Kuba noch eherne Denksäulen setzen wird, der Flibustier-General Narciso Lopez. Kubaner von Geburt, warer wegen seiner patriotischen Gesinnung verfolgt, verbannt, beraubt worden und nach Nord-Amerika entflohen, wo seine Feuerseele die Sympathien aller ächten Republikaner entzündete und seine rastlose Thätigkeit die Mittel zu einem entscheidenden Schlage gegen die geharnischte Zwangsherrschaft seines Vaterlandes sammelte. Sein Unternehmen war ein verfrühtes und verunglücktes.[1] Die Offenkundigkeit seiner Rüstungen hatte zeitig die Statthalterschaft ausreichende Kraft entwickeln lassen, die Invasion nach kurzer, aber heldenmüthiger Gegenwehr zu vernichten, und was dem Tod auf dem Schlachtfeld entging, dem Henker zu überliefern. Lopez starb auf dem Blutgerüst, wie Egmont, mit dem Ruf zur Freiheit an sein Volk. Lopez war ein zu edler Sproß vom altersfaulen Stamm des entnervten und versklavten Kreolengeschlechts, als daß er seiner würdige Gefährten hätte finden können. Er hatte die großrednerischen Versprechungen der Kubanischen Hidalgos für Wahrheit, ihre patriotischen Prahlereien für Muth genommen, er hatte auf die Zusage eines in allen Theilen der Insel vorbereiteten allgemeinen Aufstandes gebaut, sobald er seinen Fuß an die Küste setzen würde; und als er den Schritt wagte, fand er sich mit seinem Häuflein treulos verrathen, verkästen, dem Verderben preisgegeben.

Es war kostbares Blut vergossen worden. Außer Kubanern und deutschen, ungarischen und polnischen Flüchtlingen, die der Freiheitsdrang in den Kampf gelockt hatte, waren auch Vollblut-Amerikaner gefallen, gefangen und hingerichtet worden. Ein Schrei des Entsetzens über das Despotengericht durchzitterte das ganze Land. Es waren ja


  1. Der berühmte Flibustierzug im Herbst 1851. Wir kommen bei einer späteren Ansicht aus Kuba, „dem Schlachtfeld von Las Posas“, darauf zurück.