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verlangt, zu vergrößern; dafür sind auf Seiten letzterer aber auch die letzten Bedenken geschwunden und die Annexation Kuba’s wird aus Gründen der Selbsterhaltung, die es in seiner eigenthümlichen diplomatischen Sprache motivirt, als eine dringende politisch-ökonomische Maßregel verlangt, welche, wenn es nicht auf dem Wege der Negotiation geschehen kann, auf dem der Gewalt durchzusetzen sey. So hat sich denn, nach dem Fehlschlagen der ersteren, eine großartige abermalige Expedition vorbereitet, mit den populärsten Männern an der Spitze, und liegt, während wir dieses schreiben, segelfertig, obwohl theilweise bewacht, in den Häfen von New-York, Mobile und New-Orleans. In Kuba hat der Schrecken vor diesem neuen Zuge der Amerikaner und die wirklich drohende Gefahr für seine Existenz zu den empörendsten Gewalt-Akten Veranlassung gegeben. Die ganze Insel ist jetzt in Belagerungszustand erklärt, große Truppenmassen sind in alle festen Plätze consignirt, eine starke Flotte kreuzt vor den Häfen, zahllose landesverrätherische Verbindungen sind entdeckt und Tausende erwarten in den Kerkern oder auf der Flucht ihr Urtheil; – sogar die Sklaven sind bewaffnet und zur Landesvertheidigung organisirt, und die Justiz ist ein machtloser Schatten, der Wink des Gouverneurs schickt ohne Unterschied Einheimische, Fremde oder Amerikaner ohne Richterspruch zur Garotte. Beide Theile sind in fieberhafter Aufregung begriffen und die Zustände tragen den Charakter nahe bevorstehender gewaltsamer Umwandlung.

Ueber den Ausgang dieser Bewegung, ob zum Wohl oder Wehe der Vereinigten Staaten und Kuba’s selbst, sind, wie in allen großen Zeitfragen, die Urtheile auch in Amerika sehr getheilt und vor Allem ist’s die Eigenschaft Kuba’s als Sklavenstaat, welche befürchten läßt, daß der sklavenhaltendeSüden durch diesen Zuwachs so bedeutend an Wichtigkeit und Macht gewinnen werde, daß das bis jetzt noch mit Noth aufrechterhaltene Gleichgewicht zwischen der freien und sklavenstaatlichen Politik aufgehoben und damit das Losungswort zur Trennung der Union ausgesprochen werde. Deshalb protestirt auch der Norden gegen die Einverleibung Kuba’s in seiner jetzigen Gestaltung und influirt auf die Regierungsmaßregeln in Betreibung der Angelegenheit; nur darüber ist die öffentliche Meinung einig, und der Wille der Regierung bestimmt, daß keine dritte Macht, am allerwenigsten das eifersüchtige England, mit seinem Einfluß in Kuba Fuß fassen darf, und es, so lange es unter spanischer Herrschaft bleibt, an einer weiteren Entfaltung seiner politischen Wichtigkeit verhindert werden muß. Ein anderes, wiewohl weniger erhebliches Hinderniß sofortiger Besitzergreifung ist die Unzufriedenheit eines großen Theils der kubanischen Bevölkerung selbst, mit dem Charakter, den die Frage ihrer Unabhängigkeit in Amerika angenommen hat. Sie fühlt zu deutlich, daß die amerikanischen Bestrebungen mehr auf den Besitz ihrer schönen Plantagen, Wälder, ergiebigen Bergwerke und trefflichen Seehäfen gerichtet sind, als auf eine Sühne des lange Jahre von fremder Tyrannei an ihnen verübten Unrechts und ihre Wiedereinsetzung in den ihnen zugehörigen und ungeschmälerten Genuß der Segnungen ihrer Himmelszone; sie hat auch an gar zu vielen Beispielen wahrgenommen, daß überall, wo das Princip amerikanischer Freiheit und Gleichberechtigung