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Schiff zum Spielball macht, die Sturzsee es in den Abgrund taucht, oder ein Windstoß es auf dem gefährlichsten aller Meere, der Ostsee, zwischen den Klippen in die Brandung schleudert. Kein verwegenerer Bursch auf dem Wasser, als der mecklenburger Seemann: Gefahr ist seine Freude und einen anderen Tod, als den durch Schiffbruch, wünscht sich keiner. Die kühnen Söhne des friesischen, des mecklenburger und pommerschen Strandes sind das große Kapital, welches seit Jahrhunderten unbenutzt in der Germania Truhe schlummert, der Schatz, der gehoben werden wird, wenn einst der starke, einheitliche Wille der deutschen Nation aus Deutschlands Eichen die Wehren zimmern läßt für seine Küsten, und deutsche Kriegsflotten deutsches Gut und deutsches Recht auf allen Meeren schützen werden. Und nicht bloß auf der See ist der Muth und die Geschicklichkeit des mecklenburger Strandbewohners zu bewundern: auch am Lande gibt’s dazu oft Gelegenheit. Mecklenburgs Strand ist flach, und in bösem Wetter sehr gefährlich für größere Schiffe; Strandungsfälle sind daher nicht selten. Wenn heftige Nordstürme losbrechen, dann wird’s rührig in den Dörfern, Alt und Jung strömen hinaus auf die Deiche und Dünen, Boote werden gerüstet und Alles ist auf dem Lug und späht über die kochenden, rasenden Wogen hin in die Ferne nach weißen Segeln. Da kömmt plötzlich die Kunde, ein Schooner oder eine Brigg sey auf das äußerste Sandriff geworfen. Im Nu füllen sich die Nachen und leichten Schifferbarken unter dem Kommando der alten Seeleute mit Männern, Frauen und Knaben, selbst zarte Mädchenhände fassen unerschrocken die Ruder und Enterhaken, und hurtig stößt das schwache Fahrzeug durch die empörte Brandung, um Menschenleben zu retten und ein reiches Bergelohn zu verdienen. Wenn aber auch das Letztere nicht wäre, gastfreundliche Pflege ist den Gescheiterten gewiß! Die eigene Noth macht empfänglich für fremde, und keine Familie des mecklenburger Fischlands gibt es, die nicht von Seegefahr zu leiden gehabt hätte und von Schiffbrüchen ihrer Angehörigen zu erzählen wüßte. – Im harten Winter, wenn weit in die Ostsee hinaus die Fluthen erstarren, da tönt auch oft Kanonendonner aus der Ferne herüber, als Zeichen großer Noth. Ein Schiff ist eingefroren – Eisfelder quetschen seinen Bug, – der Proviant ist ihm ausgegangen, Hunger und Kälte streiten sich um ihre Beute. Es ertönt die Sturmglocke in rauher Wintersnacht, und während der Nordwind an die gefrorenen Fensterscheiben rasselt und dichtes Schneegestöber über die Ebene saust, macht sich die Bevölkerung, Mühsal und Gefahr nicht achtend, zur Rettung auf. Da sieht man aus den nächsten Dörfern die rüstigsten Bursche, jeder einen Sack mit Kohlen, Brod, Fleisch und Branntweinflaschen auf dem Rücken, die hohen Wasserstiefel mit Eissporen versehen, die Hände mit einem Brete, Beil oder einem langen Haken bewaffnet, hinaus zum Strande eilen, um, springend von Scholle zu Scholle, das Schiff zu erreichen und ihm Hülfe zu bringen. Es ist dies ein gar gefährlich, mühselig und langweilig Werk. Sind die Spalten, welche die Schollen trennen, zu weit, so müssen die mitgebrachten Breter als Steg hinüber gelegt werden. Oft vergehen viele Stunden, ehe die Kühnen ihr Ziel erreichen, und nicht selten wird der aufopfernde Sinn mit dem Leben bezahlt. – Niemals aber nehmen die Fischländer von der nothleidenden