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und Genuß. Die Männer, die im straffen Beutel ihre Löhnung mit nach Hause brachten, sammeln sich allabendlich bei einem Glase Grogg in der Schenke, einander erzählend von ihren Erlebnissen, Abenteuern und Gefahren und das junge Volk treibt allerhand Kurzweil, arangirt Tanz- und Jagdpartien und wird zu Zeiten die See klar, so thun sie sich in Kameradschaften zusammen, treiben Fischerei und erproben bei Ruderstechen und Wettfahrten ihre Geschicklichkeit und Kraft. Sobald aber der weiche Thauwind die Eisbarren der nordischen Meere bricht – da bricht das Männervolk auf und eilt nach Rostock, sich zu neuer Fahrt zu verdingen.

In Rostock aber beleben sich dann die Kaien und Docks, die Schiffe setzen Masten und Takelwerk auf, nehmen Ballast oder Ladung ein, und so segeln öfters 40 bis 50 auf Ein Mal aus dem Hafen, ihre Bestimmungsorte in allen Welttheilen suchend. Während dieser Zeit fahren auf bewimpelten Leiterwagen täglich 200 bis 300 Matrosen mit ihren Schiffskisten zum rybnitzer Thor herein, rangiren sich auf dem Markte unter ihren Steuerleuten und ziehen nach dem Rathhause, wo die Listen der Mannschaft feierlich verlesen und in die Schiffsregister eingetragen werden. – Gar Manche sehen die Heimath nicht wieder, und finden ihr Grab irgendwo in den grünen Wogen. Viele Schiffe auch, die auf lange Reisen geheuert sind, die China- und Ostindienfahrer, die Wallfischfänger der Südsee, oder die nach Californien oder Australien fahren, lassen es nicht bei der einen Reise bewenden. Zuweilen bleiben sie 8–10 Jahre aus, und der „Kleine“ des Kapitains, den die Mutter bei der Abfahrt dem Vater von der Brust zum letzten Kuß entgegenreichte, springt dann als stattlicher Bube dem gealterten Vater um den Hals, und weiß schon die Schiffsleiter flink wie eine Katze zu erklimmen und das Ruder zu lenken.

Bewahrung der ehelichen Treue ist einer der ehrenhaftesten Züge in dem Charakter dieses wackern Volks. Eben so große Mildthätigkeit. Es leidet unter sich keinen Bettler; wird ein Seemann krank, oder invalid, so nimmt die ganze Gemeinde sich seiner an und hat er nichts erspart, so hat er auch für nichts zu sorgen. Die Nachbarn geben ihm reihum den Tisch und ein Obdach entbehrt er niemals.

Dies ist Rostock und das mecklenburger Fischland mit seinen kräftigen, biedern, wackern, freiheitsliebenden, arbeitsfrohen Menschen. –