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DCCXXXX. Das Grabmal Mohamed Schahs in Bejapore
(Ostindien).




In keinem Theile der Welt ist von jeher der Instinkt des Despotismus reger und thätiger gewesen, als im Orient; von Nimrod an, bis zu dem Fürsten, der heute über die Perser wie über rechtlose Sklaven herrscht, hat das Königthum in den paradiesischen und unglücklichen Ländern des Ostens die absolute Gewalt geübt. Sich als Inhaber aller Macht betrachtend, sich selbst vergötternd, hat es in dem Unglück und dem Elend der Völker die Folie seines Glanzes gesucht. Namentlich ist die Geschichte Indiens ein Codex grauenhafter Zustände geworden, welche, der Fäulniß unbeschränkter Alleinherrschaft entsprossen, den Menschen unter das Thier erniedrigen. So füllen z. B. die Zeiten der mohamedanischen Kaiser eine haarsträubende Periode grausamer Unterdrückung und unmenschlicher Uebung des Schwertrechts aus. Es war die constante Politik dieser Eroberer, durch Zerstörung aller eingeborenen Gewalten alle Momente der Macht in ihrer Person zu vereinigen. Sie umgaben dieselbe mit einem zehnfachen Wall von Satelliten und trachteten durch Pracht und Glanz die Augen der unglücklichen Völker zu blenden, die ihrem Schwerte Unterthan waren. Ihre Residenzen machten sie zu Königinnen und ihre Hauptstadt zur Thurmkrone des Herrscherhauptes, bergend in sich alle Herrlichkeit, welche die unsinnigste Verschwendung in Gemeinschaft mit dem despotischen Willen hervorzuzaubern vermochte, während den Provinzen die thierischen Verrichtungen der Arbeit und des Erwerbs nicht zum eigenen Genuß, sondern zum Ausbringen der unerschwinglichen Steuern übrig blieben, welche die Bevölkerung erdrückten und aussogen.

Wohl sehen wir auch in unseren Tagen der Anzeichen manche von Bestrebungen, die geeignet sind, ähnliche Zustände herbeizuführen; wir sehen an manchen Höfen hohe Schulen aufgethan, wo die Entäußerung der Menschenwürde als Verdienst gepriesen und die Unterwürfigkeit praktisch gelehrt wird; wir sehen die Mimik blinder, wohlerzogener Ergebenheit in den Lehrsälen und in den Beamtenstuben eingeübt; wir sehen das Geheimniß der Traditionen unbedingter Gewalt an die Eingeweiheten und Auserwählten mitgetheilt: – aber der Weg ist doch noch lang, der