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reisten auf der Columbia-Eisenbahn, welche dem Staate Pennsylvanien gehört und auf der die Kondukteure ihre eigene beliebige Fahrzeit einhalten, so daß wir zu den 80 Meilen nach Columbia vier und eine halbe Stunde nöthig hatten. Die langsame Bewegung des Zuges und die nebelumhüllte Landschaft waren geeignet, das Gemüth träumerisch zu stimmen. Dazwischen machten sich oft die launigen Einfälle unserer Mitpassagiere geltend, oder unsere Aufmerksamkeit wurde von den Städten und Dorfschaften abgezogen, welche an der Eisenbahn liegen. Da ist Liberty-Ville, eine der ersten Ortschaften, welche dem Rufe der Sturmglocke folgte, als die neue Zeit der Freiheit eingeläutet wurde; dort White-Hall, an die Ritterlichkeit lebensfroher Fürsten erinnernd; weiter hin Villa Nova, welches sich rühmte, daß sein Schulmeister draußen im Felde bei den pennsylvanischen Bürgern sey; Paoli, Gedanken an Napoleons Kindheit auf Korsika wachrufend; dann kommt Midway-Station, bei dessen Taufe man die frohe Entdeckung machte, daß der Zugführer für Durst und Hunger seiner Passagiere sich wohl vorgesehen hatte, zumal ihr letztes, eiliges Mahl unter dem Rütteln des Wagens längst geschwunden war; the Gap (Abgrund), wo die Pallisaden der Bedeutung ihres Namens Ehre machen; dann folgt Lemmon-Island (Citroneninsel), eine Warnung für alle Reisende an ein unfreiwilliges Zusammenquetschen bei einer möglichen Kollision, bis wir endlich die Haltstelle Bird in Hand erreichten, welche, nur noch wenige Meilen vom Ort unserer Bestimmung entfernt, uns die angenehme Aussicht auf einen wohlbesetzten Tisch eröffnete. Mit dieser realen Perspektive verschwanden die Eisenbahn-Träumereien und Phantasien. Der ansteigende Boden zeigte uns zwischen auftauchenden Hügelketten dann und wann den blitzenden Susquehanna. „Hail Columbia!“ rief’s aus hundert Kehlen, es erhöhte unsere Lokomotive ihre Anstrengungen wie ein abgetriebenes Roß, das die nahe Krippe schnobert, und sie jagte dem Ziel mit einer so heftigen Dampf- und Rauch-Entwickelung zu, daß bald der ganze Zug davon eingehüllt war und uns kaum noch einen Blick auf die schöne Landschaft gönnte. Als wir am Bahnhofe hielten, war die Sonne schon untergegangen, und hungrig, durstig, matt und müde, verschoben wir alle über Tafel und Bett hinausreichenden topographischen Forschungen auf den folgenden Morgen.

Die Eisenbahn und der Kanal von Maryland machen Columbia zu einer geschäftsrührigen Stadt; seine Hotels sind stets belebt und schon am frühen Morgen hinderte das Lärmen in und außer dem Hause sich auf der schwellenden Matrazze noch einmal von einer Seite nach der anderen zuwenden. Bald nach Sonnen-Aufgang befand ich mich auf der Straße und auf dem Wege nach der Brücke, um mir Appetit zum Frühstück zu holen. Ein alter Kärner, an dessen Holzwagen ein Rad ausgerenkt war, nahm meine Hülfleistung in Anspruch, und, zum Dank für meine Aufopferung, fütterte er meine Wißbegierde mit einigen Nachrichten aus dem Vorrath seiner Lokalkenntniß. Eine bezeichnende Handbewegung auf seine Tasche, während er als Thatsache behauptete, daß die Brücke fast eine Viertel-Million