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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band | |
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Dollars koste, bewies deutlich, wie sehr er eine so große Summe zu schätzen wußte. Uebrigens zeigte er kein Interesse an der herrlichen Natur, die uns umgab, und so ließ ich den indolenten Menschen stehen, um mich ohne seine Hülfe zurecht zu finden. Die Brücke ist ein originelles Bauwerk aus der Zeit des letzten Krieges mit England. Die massiven Steinpfeiler waren schon mit Flechten bedeckt, und aus den Fugen sproßten Kräuter und bunte Blumen.
Es war ein reizender Morgen; sonnig, klar und erfrischend. Nach dem kleinen Eiland zu, welches man dem Ufer zunächst, von der Columbia-Seite aus, sieht, ruderte ein Jäger in einem leichten Boot, um sich nach Wasservögeln auf die Lauer zu legen, und auf dem Waldpfade, welcher zum Strom hinabführt, ritt ein lässiger Bube ein Gespann Pferde zur Schwemme. Nicht ein Wölkchen war sichtbar am Himmel, obgleich das Laubwerk, welches sich Meilen lang ober- und unterhalb der Brücke hinzieht, seine Farbenpracht in dem Blau darüber widerzuspiegeln schien, was aussah, wie eine frisch übermalte Leinwand, in einem Nahmen von Duft – erinnernd an Whittie’s Strophe in seiner Hymne an den „Strom seiner Väter“ den Merrimack:
Des Herbstes siebenfarbig schillernd Banner
Schwebt luftig ob dem Susquehanna.
Man kann sich keine genußreichere Tour denken, als auf der Straße, welche von dem rieselnden Bach ausgeht, der die Quellen des Stroms vereinigt und seinen Windungen und Erweiterungen, seinen Fällen und Strudeln und seinem stillen Geplätscher folgt, bis er die prächtige Bai erreicht, welche ihn weiter leitet nach der Wasserwüste des Oceans. In der Indianer-Sprache bedeutet sein Name „vielfache und absonderliche Windungen“, aber in unserem praktischen amerikanischen Codex sollte er eigentlich „der Fluß der Brücken“ heißen. Kein anderer Fluß in der Welt ist von so vielen Brücken überspannt. Die Abwesenheit aller Schifffahrt über eine bestimmte Grenze hinaus und die Fruchtbarkeit der seinen Lauf begleitenden Hügel und Thäler, von einer Bevölkerung bewohnt, welche ihre eigenen Straßen und Uebergänge baut, sind die natürlichen Ursachen davon. Es ist nicht schwer, wenn der Strom niedrig ist, die verschiedenen Epochen der Erbauung dieser Brücken zu unterscheiden, von den wettergezeichneten alten, welche noch an die alterthümlichen Postkutschen und an die rohen Fuhrwerke früherer Settlers erinnern, bis zu den kolossalen Marmorpfeilern der Erie-Bahn, über welche jetzt stündlich die dampfende Lokomotive braust. Uebrigens paßt dieses mächtige Denkmal der Eisenbahn-Spekulation schlecht in die natürliche Stille und Anmuth des Susquehanna.
Die Stadt Columbia liegt zwischen York und Lancaster, und wird, in geschäftlichem Sinn, von beiden beständig befehdet. Von Lancaster führt eine Eisenbahn nach Harrisburg, der Hauptstadt Pennsylvaniens, etwa
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1854, Seite 184. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_16._Band_1854.djvu/189&oldid=- (Version vom 12.10.2025)