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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band | |
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Bauwerke, welche Ewigkeiten zu überdauern schienen, wurden aus ihren Fundamenten gelöst und zur Erde gelegt; ganze Familien, Schaaren von Betern in den Moscheen und von armen Spinnerinnen in den Fabriken fanden ihr Grab unter den Ruinen. Die Erdstöße wiederholten sich in längern und kürzern Pausen während mehrerer Monate. Feuersbrünste brachen aus und beförderten das Werk der Zerstörung. Nur langsam und zögernd kehren die flüchtigen Einwohner zurück und beginnen mit dem Wiederaufbau ihrer Wohnstätten; viele bleiben ganz aus. – Schwerlich wird sich Brussa ganz wieder von diesem schweren Mißgeschick erholen, und seine zerstörten Monumente alter Pracht und Herrlichkeit bleiben für immer verloren. –
Die Wasser des Yantic und Norwich stürzen sich vor ihrer Vereinigung mit dem Shetucket durch eine enge tiefe Kluft. Die dunklen, oft überhängenden Granit-Mauern, der in allen Regenbogenfarben schillernde Wasserdunst, die schäumende Masse unten, das tiefe Grün oder, noch schöner, die bunte herbstliche Färbung der Wälder machen reizende Kontraste, und ihr Ensemble bildet eine der frappantesten Scenerien Neu-Englands. Folgt das Auge dem Strome ein kleines Stück weiter, so öffnet sich eine der lieblichsten Landschaften. Nachdem sich die Gewässer aus der Umarmung der Felsen befreit, läßt ihr wilder Uebermuth nach; sie pflegen der Ruhe in einem mit immergrünen Inseln bestreuten See, der, zwischen aufsteigenden Hügeln eingeschlossen, seine Schönheit selbst im klaren Wasserspiegel bewundert und werth wäre, die Phantasie eines griechischen Dichters zu begeistern, der in den an das Ufer plätschernden Wellen den Gesang der Driaden und Nymphen, und im Donner des Katarakts die rauhe Stimme des Flußgottes vernehmen würde. Der arme Flußgott Yantic! Er hätte sich einen undankbarerern Wohnort, leerer und verlorener für alle dichterischen Huldigungen, nicht wählen können. Die weißen Ansiedler, welche in das Thal kamen, hatten weder Zeit noch Geschmack, sich in poetischen Schwärmereien zu ergehen. Ihre Aufgabe war eine andere. Sie waren die Mitbegründer einer großen Nation, sie hatten am stolzen Bau des Menschenrechts zu zimmern und bessere, nützlichere Thaten zu verrichten, als die Halbgötter der griechischen Vorzeit. Und ihre Nachkommen, die Erben ihrer Errungenschaften im großen Bürgerstaate, deren praktischer Sinn
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1854, Seite 203. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_16._Band_1854.djvu/208&oldid=- (Version vom 25.10.2025)