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ihr Sohn, der junge Häuptling, herbei. Beim Anblick solcher Schändung entbrannte hoch der Zorn des Indianers; seine Faust riß die Einfriedigung nieder, welche ihn von der Todtenstätte trennte und er stand am entweiheten Grab. Auf das Denkmal zeigend, den sichtbaren Beweis des Rechtes seiner Mutter auf ein Grab an der Seite ihrer Vorfahren, brach er, drohend die Keule schwingend, in Worte aus, so glühender Leidenschaft und so sprühenden Zorns, daß die weißen Männer erschreckt davon liefen und dem Indianer die Vollendung seines frommen Werkes überließen.

Die ersten Ansiedler von Norwich waren ehrliche und gottesfürchtige Leute und, nach den allgemeinen Zeichen des Wohlstandes und der Zahl ihrer Kirchen zu urtheilen, welche die Stadt jetzt zieren, haben ihre Nachkommen den Pfad ihrer Ahnen nicht allzuweit verlassen, wenn auch in unsern Tagen ein wenig Ausweichen nach rechts oder links weder vor der öffentlichen Moral noch vor dem eigenen Gewissen so scharf angesehen wird, als damals. Laßt einen Sünder von heute folgenden Auszug aus dem alten Tagebuche eines Norwicher Friedensrichters lesen, und Gott danken, daß er kein Sünder voll damals ist. „Ein Mann, welcher wegen lästerlichen Schwörens vorgebracht worden, weil er öffentlich ausgesprochen hat: „„Gott verdamm’ mich““, wurde Anno 1720 verurtheilt zu einer Strafe von 6 Schill. und zur Hälfte der Kosten; ein Anderer, weil er gesagt hat „„geh’ zum Teufel““, zu 6 Schill. Strafe“.–

Als auch für die wackern Norwicher die Tage der Prüfung kamen, da weigerten sie sich, auf Stempelpapier zu schreiben und Thee zu trinken, und als das landesväterliche Königthum ihnen blaue Bohnen servirte, so nahmen sie ihre Muskete auf die Schulter und marschirten nach Bunkerhill. Einer von ihnen setzte später seinen Namen mit unter die Akte der Unabhängigkeits-Erklärung und präsidirte beim Kontinental-Kongreß. Ein Anderer – traurige Ausnahme – verkaufte sich und suchte auch sein Vaterland zu verkaufen. Das Haus, in dem der Verräther Arnold geboren wurde, steht noch heute und ist eine der fünf Sehenswürdigkeiten in Norwich. Nicht weit davon entfernt ist das Geburtshaus der Lydia Huntly, den zahlreichen Verehrern ihrer Poesie besser unter dem Namen Mrs. Sigourney bekannt. Eine halbe Meile weiter liegt das freundliche Gehöfte, wo ein anderer und weithin bekannter Schriftsteller das Licht der Welt erblickte und lebte: Ik. Marvel. Man zeigt noch das Zimmer, in welchem er seine köstlichen „Träume eines Junggesellen“ geträumt und gedichtet hat. Von da nach den Fällen ist’s nur ein Weg von 5 Minuten. Wir schlagen ihn ein; sogleich tritt uns die indianische Sage entgegen. Es war im Jahre 1651, als Narragansett-Indianer von Rhode-Island herauf kamen, um den König Uncas in seinem Fort Mohegan zu belagern. Die Noth der Belagerten stieg auf’s Höchste, doch da sie am größten war, war die Hülfe nahe. Es kam Zuzug von weißen Männern. Durch diese Unterstützung ermuthigt, brach Uncas aus seiner Verschanzung hervor und griff die Feinde mit solcher Heftigkeit an, daß die Schlacht sich bald in allgemeine Flucht und hitzige Verfolgung verwandelte. Die Narragansetts, die auf eine kleine Schaar zusammen geschmolzen waren,