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des Westens; aber unter den Tausenden findet sich kaum ein Beispiel, daß es ihnen an der Tugend des Heroismus gebräche, welche eine solche Lage erträglich macht und solche Pflichten zu überwinden versteht. Furchtlos sorgen die Mütter für die ängstlich sich anklammernden Kinder, trösten die Zagenden, treffen mit mehr als männlicher Seelenstärke und Klugheit ihre Anstalten und richten ihr Hauswesen ein. An diesen Frauen wird das Wort: „Gebrechlichkeit dein Name ist Weib“, recht eigentlich zur Lüge. Ist’s doch, als habe die Natur nur die Gelegenheit erwartet, in dem schwachen Wesen die schlummernden Geisteskräfte und ihre Seelenstärke zu wecken und brauchte es nur das Gebot der Nothwendigkeit, um das Weib in einer Weise ihre Pflichten erfüllen und thätig und selbsthandelnd auftreten zu lassen, welche der Bewunderung werth ist.

Hinter der auf unserem Bilde dargestellten Steinwand liegt das indianische Dorf „Le petit Corbeau“ (der kleine Rabe). Im Jahre 1849 bestand dieser Ort aus 40 Hütten und ungefähr 300 Capasia-Indianern, einer Horde des Dacotah-Stamms. Auf einer Berg-Terrasse hinter dem Dorfe sah man eine Reihe Gerüste aufgerichtet, auf denen die Leichname der verstorbenen Krieger, in Decken von Bisonfellen gehüllt, ausgesetzt wurden. Eine Stange mit weißer Flagge bezeichnete schon von weitem die Stelle der luftigen Indianergräber. Die Dacotahs und einige ihnen verwandte Stämme haben vorzugsweise diese sonderbare Weise, ihre Todten zu bestatten. Sie glauben, der Verstorbene wünsche noch eine Zeit lang den Vorgängen unter seinem Volke zuzuschauen, an denen er während seines Lebens Theil genommen hat. Kindlicher Glaube, der von einer tiefen Kenntniß des menschlichen Herzens zeugt! Wir lachen über ihn und doch hat er in Gefühlen seinen Grund, die der ganzen Menschheit und allen Jahrtausenden angehören und, freilich oft ganz unbewußt, aus den nationalen Gebräuchen und Sitten der verschiedensten Völker zu uns reden.