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wie das Metall, das er mit geschickter Hand umher wirft, sind die Blicke eines solchen Dieners der privilegirten Geldsucht; was kümmert’s ihn, wie die rollende Kugel fällt, ob sein Geben ober Nehmen des Goldes Entzücken oder Verzweiflung bereitet? Faites vos jeurs, Messieurs! tönt heiser die tonlose Stimme, blitzend fliegt das Auge über den langen Tisch, die Sätze zu kontroliren, und Betrügereien zu verhindern.

Oft sieht man viele Tausende auf einem Satze stehen, und der Unternehmer, ein französischer Oberst, Benazet, soll, außer dem jährlichen Pacht von 40,000 Franken und den großen Kosten für den Bankbetrieb, bei dem allein nahe an 30 Croupiers angestellt sind, in einer Saison oft mehr als 100,000 Gulden reinen Gewinn gehabt haben. Gewähren schon Männer an Spieltischen einen widerwärtigen Anblick, so ist dies in weit stärkerem Grade bei den Frauen der Fall. Förmliches Geschäft vom Spielen, so daß sie sich hinsetzten und auf der Karte nachpointirten, machten in der Regel nur vornehme Russinnen, die, wie überhaupt über alle Schranken der Sitte, so auch hier über den Anstand sich am kecksten hinwegsetzen; außer ihnen auch einige Französinnen der höheren Gesellschaft. Bei Engländerinnen und Deutschen herrscht noch das Ehrgefühl zu sehr vor, als daß sie anders als auf einige Augenblicke sich den Tischen nähern und stehend, gleichsam aus Scherz, einige Goldstücke dann und wann hinwerfen. Das ächte Bild einer wahren Spielerin gab mir eine elegant gekleidete Französin in mittleren Jahren. Sie trug noch die Spuren ehemaliger großer Schönheit. Von 11 Uhr Morgens, wo die Säle der Bank sich öffnen, bis spät um Mitternacht, wo sie geschloffen werden, behauptete sie unablässig ihren Sitz, gewöhnlich beim Trente-un. Sie spielte nicht sehr hoch, ihre Mittel schienen dem großen Spiel nicht gewachsen. Aber mit welcher Spannung haftete ihr großes dunkles Auge, in dem einst die Flammen der Liebe gelodert haben mochten, auf der Hand des Croupiers, der die Karten umschlug! Welche unersättliche Gier spiegelte sich in den scharfen Zügen, in denen Leidenschaften aller Art ihre Furchen zurückgelassen! Ihre Freude über Gewinn war fast noch unschöner, thierischer, als der Zorn über Verlust. Im letzteren Falle verfehlte sie nie, durch eine starke Prise Tabak ihr Gehirn anzufrischen.

An den Sonntagsabenden spielt von 8 Uhr an im großen Hauptsaal ein ausgezeichnetes Orchester, theilweise von den ersten Pariser Virtuosen gebildet, die von dem Unternehmer freigebig bezahlt werden. Dann tönt das Schmettern der Trompeten zu dem Rollen der Kugeln, dem Klappern und Klingen der Goldhaufen, dem eintönigen Ruf der Bankhalter. Die Verlierenden, die an solchen Abenden doppelt zahlreich sind, können sich dann wenigstens trösten, daß Fanfaren ihren Verlust begleiten oder sanfte Flötentöne ihn betrauern.