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DCCLI. Die Tafeln des „großen Geistes“ am Mississippi.




Mit Zauberkraft wirkt die große Natur auf das Gemüth der Menschen. Denke dir diese Wassereinsamkeit im fernen Westlande bei mittägigem Sonnenglanz voll tiefer heiliger Stille; denke sie dir wiederum bei Nacht, wenn die Blitze zucken, der Donner in den Bergen grollt, der Sturm an den Felswänden hinfährt und heulend die Wogen peitscht: und wenn dir dann die Mythe geheimnißvoll in das Ohr raunt, daß dort oben hoch über der Fluth auf den Riesenaltären der Schöpfer seinen Thron aufgeschlagen und der Odem des Weltgeistes niederweht, werden dich dann die Schauer der Andacht nicht durchbeben, und wirst du nicht inne werden, daß der Gottesglaube ein allgemeines Gut ist, nur in seinen Formen verschieden, wie die Gewänder, in welche der Allmächtige seine Geschöpfe kleidet? In jeder unverdorbenen Menschenbrust ist ein Fühlen, Hoffen und Ahnen des Unendlichen; nenne ihn wie du willst, oder heiße ihn unnennbar: dein Gebet wird ihn doch finden, wenn du ihn auch im kindlichen Wahn in kindliche Begriffe hüllst. –

Daß der Gang der Kulturgeschichte, der Staatenentwickelung und der Völkerschicksale nach der Absicht Gottes mit der Natur in innigster Wechselbeziehung steht, daß er mit der physischen Erscheinung und den plastischen Formen der Erdrinde im wesentlichen Zusammenhang sich befindet, ist eine jener Wahrheiten, welche mit jedem Fortschritt der vergleichenden Länder- und Völkerkunde bestimmter hervortreten, und bei den Eingeweihten längst zur Ueberzeugung geworden sind. Die physische Erdbeschreibung liefert vielleicht die sichersten Commentare zu der Geschichte der Menschheit. Aber sie erklärt uns nicht bloß, mit Hindeutung auf gewisse klimatische und mitunter physiologische Eigenthümlichkeiten der Länder und ihrer Bewohner, wie Vieles im Laufe der Jahrtausende, wo Staaten aufblühten und untergingen, als eine Naturnothwendigkeit so und nicht anders kommen mußte, sondern sie erhellt auch