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ihre Schiffe; Handel und Kultur gingen mit ihren Eroberungen naturgemäß Hand in Hand; die Haupttriebfeder ihrer Politik war kommercieller Egoismus. Einem entgegengesetzten Naturcharakter des Landes getreu, verbreiteten die Steppenvölker Sibiriens, der Mongolei und Tatarei auf ihren Zügen, nach dem Vorbilde der Heuschreckenschwärme ihrer Wildnisse, von jeher nur Verheerung und Zerstörung, und ihre gefeiertsten Herrscher, von Attila bis auf Timur, hinterließen der Nachwelt nichts als Schädelpyramiden und Barbarei.

Zu den vielen räthselhaften Ereignissen der Neuzeit in Ländern, welche noch jetzt die öffentliche Aufmerksamkeit beschäftigen, bietet die physische Erdkunde den richtigen Schlüssel. Der berühmte deutsche Geolog Abich hat uns vor Kurzem den wunderbaren Gebirgsbau Daghestans und Lesghistans geschildert, und aus den plastischen Formen jener Trachyt- und Sandsteinfelsen, welche als ein ausgedehntes System von Naturschanzen und Bollwerken jene Länder umgeben, den zähen und erfolgreichen Widerstand erklärt, welchen die nicht zahlreichen Völker des östlichen Kaukasus den zahllosen Kriegshaufen Tamerlans und Nadir-Schahs, wie den jetzigen Armeen Rußlands entgegensetzten. Mail könnte denselben natürlichen Schlüssel auf die Geschichte und Zustände fast aller europäischen Staaten anwenden, und z. B. beweisen, wie in Deutschland und Italien, bei einer verschiedenartigen Gliederung und mannichfaltigeren plastischen Struktur des Bodens, der die Absonderung und Isolirung der Stämme und Staaten begünstigte, die Versuche, eine staatliche Einheit durchzuführen, auf weit größere natürliche Hindernisse stoßen mußten, als z. B. in Frankreich oder in Rußland. Es darf in letzterem Lande bei einer so großen Monotonie der physischen Erscheinungen nicht Wunder nehmen, wenn daselbst eben so monotone Einrichtungen zur Geltung kamen, wenn dort ein Alles nivellirender Despotismus, eine konservative Gleichförmigkeit in Verwaltung, Sitte und Sprache erfolgreicher durchzuführen ist als in Westeuropa.

Mögen diese kurzen Andeutungen genügen, um die Betrachtung über den Einfluß der Bodengestaltung Nordamerika’s auf seinen Kulturgang einzuleiten.

Der nordamerikanische Kontinent bettet sich zwischen den Ketten der Alleghanies oder Appalachischen Gebirge im Osten und der Rocky Mountains oder Felsengebirge im Westen, deren vorherrschende Richtung, der Konfiguration der beiden Oceanküsten entsprechend, dort im Allgemeinen eine nordöstliche, hier eine nordwestliche ist. Er stellt ein Thalbecken dar, welches sich von der Tropenzone bis zum Eismeer erstreckt.

Die Rocky Mountains, als die westlichen Grenzmarken des großen Thalbeckens, bestehen aus mehreren parallel streichenden, und durch Querjoche verbundenen Ketten von sehr verschiedenartiger Kammhöhe. In den Felsengebirgen variirt dieselbe zwischen 10,000 und 14,000, in den Alleghanies zeigt sich durchschnittlich nur ein Viertheil dieser Höhe und nur einzelne Gipfel steigen bis zu 6000 empor. Die mit den Felsengebirgen parallel streichenden kalifornischen Seealpen erreichen eine Kammhöhe von 15,000 bis 16,000 engl. Fuß. Die durch Alluvionen