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sie befahren. Die Wasserscheide, von welcher die Quellen des Mississippi, des nördlichen Red-River und des St. Lorenzstromes nach drei verschiedenen Himmelsgegenden strömen, ist nur 1500 englische Fuß über dem Niveau des Oceans, und doch sendet sie zu langem Lauf die größten Ströme aus, von welchen der Mississippi, von seiner Entstehung bis zu seiner Mündung mit Inbegriff seiner Krümmungen, eine Reise von mehr als 3000 englischen Meilen zurücklegt, und von den Fällen bei St. Anthony bis zum mexikanischen Golf zwar viele Untiefen und gefährliche Stellen, aber doch kein die Schifffahrt so erschwerendes oder unterbrechendes Hinderniß hat, wie die Katarakten des Nils oder die sogenannten eisernen Thore der Donau.

Die Umrisse jener „hydrographischen Axen“ haben zudem das Eigenthümliche und für die Nationalökonomie Amerika’s Wichtige, daß sie nicht steile mauerartige Gebirgskämme, sondern Plateaux und Tafelländer bilden, welche mit vielen Teichen und kleinen Seen bedeckt sind, wodurch die Errichtung mannichfaltiger Verbindungswege durch Kanäle zwischen den verschiedenen Flußsystemen auf sehr geringe Schwierigkeiten stößt. Die langsame Strömung der Flüsse bei so wenig gehobenen Wasserscheiden, und die Tiefe des Bettes der meisten kommen der Schifffahrt in diesem Lande unendlich zu statten. Neben den unermeßlichen Vortheilen innerer und äußerer Verkehrsmittel durch Oceanküsten, tiefe Meerbusen, große Binnenseen, mannichfaltig gegliederte Flußsysteme und Quellgebiete von verhältnißmäßig geringer Erhebung, wiegen die Hülfsquellen, welche die geognostischen Verhältnisse darbieten, beinahe ebenso schwer. Die ganze geognostische Struktur des großen amerikanischen Thalbeckens trägt den vorherrschenden Charakter der Gleichförmigkeit und Einfachheit. Ungeheuere Wasserfluthen haben, nach der Darlegung der kenntnisreichsten Geologen Nordamerika’s, diesen Kontinent einst von Norden nach Süden durchzogen, Höhen aus dem innern Thal weggeschwemmt, Tiefen ausgefüllt und die Schichten der verschiedenen geologischen Perioden abgesetzt, ohne in dieser Bildung durch die Durchbrüche plutonischer Massen so oft gestört und unterbrochen worden zu seyn, wie der neptunische Bau der Erdrinde in der alten Welt.

Die ungeschichteten Formationen nehmen in der großen Thalsenkung dieses Kontinents kaum den achtzigsten Theil der Bodenfläche ein. In allen übrigen Theilen ist die feste Erdrinde aus Niederschlägen des Wassers gebildet, welche von den alten Formationen des cambrischen und silurischen Systems bis zu den jüngsten Alluvialgebilden des sogenannten Bottomlandes eine meist regelmäßige und ungestörte Reihenfolge zeigen. Horizontale oder wenig geneigte Schichten von so unermeßlicher Ausdehnung wie in Nordamerika, hat die Geologie noch in keinem andern Theile der Erde nachgewiesen. Diese regelmäßige Struktur des großen Beckens ist aber für die Nationalökonomie des neuen Kontinents von unendlicher Wichtigkeit. Sie erklärt nicht nur die Leichtigkeit und Schnelligkeit, mit welcher hier Eisenbahnen in’s Leben gerufen werden, sondern auch die Großartigkeit der Projekte hinsichtlich der künftigen Ausdehnung dieser Verbindungswege. Wer die geognostischen