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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band | |
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niedersteigend, die Erde zu besuchen und das Land zu besehen komme, was er den rohen Kindern des Urwaldes zugetheilt. Zu gewissen Zeiten des Jahres feiern sie das Fest seiner Ankunft durch nächtliche Tänze. Wenn das Mondlicht auf den Waldkronen schläft, das dazwischen liegende Thal in Dunkel begraben liegt und der majestätische Strom in seinem tiefen Bette ruhig dahinrollt, kann es da für ein kindliches Volk einen freudigern Gedanken geben, als daß der Geist Gottes gegenwärtig ist und von seinem Throne wohlwollend herabschaut?
Die Mythe erblaßt und bald werden die rohen Kinder Amerika’s selbst nur noch der Sage angehören. Was von ihnen noch übrig ist in diesen Gegenden, ist wie einzelne Steine zertrümmerter Gebäude. Der alte Geist ist dennoch in den letzten dieses merkwürdigen Volkes deutlich zu erkennen. Die Genossenschaften der Sioux, so schwach sie sind, halten sich noch fest an die Sitten und Anschauungen ihrer Väter und weisen jeden Kulturversuch standhaft zurück. Von Zeit zu Zeit versuchen sie es sogar, trotz ihrer geringen Zahl und ihrer Ohnmacht, im Kampfe mit dem weißen Manne um die Wiedereroberung ihrer alten Wohnsitze zu ringen, wie der Adler mit gelähmten Flügeln den gewohnten Flug nach der Sonne versucht. Diese Indianer lassen sich weder zähmen noch unterjochen. Aber ihr Leben geht schnell dahin und ihr Daseyn verrinnt im All der Menschheit wie ein Tropfen im weiten Meere.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1854, Seite 241. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_16._Band_1854.djvu/246&oldid=- (Version vom 19.10.2025)