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sind längst eingeebnet und heitere Spaziergänge und Anlagen nehmen den Platz der Schanzen und Bastionen ein, welche die Einwohner nicht schützen konnten. Hielten sie es doch für klüger, selbst gegen die undisciplinirten Horden der Hussiten, welche unter Prokopius am 28. Juli 1432 vor ihren Wällen erschienen, sich mehr auf das Mitleid der Feinde, als auf die Stärke ihrer Mauern zu stützen, und sie haben wohl daran gethan. Die Stadt feiert den Tag lieber als Festtag, denn als Trauertag.

Naumburg ist alt und groß; doch seine Bevölkerung (16,000 Einw.) nicht zahlreich. Schon im 10. Jahrhundert wurde es an das Stift Zeitz verschenkt, 1029 siedelte das Bisthum von letzterer Stadt herüber. Seine Messe, die älteste fast in Deutschland, war schon im 16. Jahrhundert berühmt; die Blüthe derselben wurde durch den 30jährigen Krieg gebrochen, und die spätern Wechsel der Herrschaft und der Verkehrs- und Zollverhältnisse waren nicht geeignet, dem Ort die frühere Bedeutung als Handelsstadt zurück zu geben. Jetzt sind die Messen zu Jahrmärkten herabgesunken, und auch der Flußverkehr hat durch den leichten und billigen Transport auf den Schienenwegen verloren. Dagegen ist das Flößereigeschäft und der Holzhandel empor gekommen, und der Geschäftskreis desselben erweitert sich mit jedem Jahre. Die sogenannte Holzmesse wird vom Palmsonntag bis zum Gründonnerstag abgehalten, – die ganze Saale ist dann bis 1½ Stunde herauf mit Flößen bedeckt und die Ufer mit Menschen: der Umsatz beläuft sich auf viele Hunderttausende.

Unter den Sehenswürdigkeiten Naumburg’s steht der Dom in erster Reihe. Er wurde in dem ersten Jahrhundert der Einführung des Christenthums durch Bonifacius gegründet. Von diesem ersten Bau ist jedoch nur die Krypta übrig. Der heutige Oberbau datirt aus dem 12. Jahrhundert, als der romanische Styl sich noch mit dem germanischen vermischte. Viele kostbare Monumente altdeutscher Kunst: Statuen, Basreliefs, Gußwerke und herrliche Schnitzereien und Skulpturen in Holz und Metall schmücken sein Inneres und machen es zu einem Museum.




DCCLIV. Pierre Pertuis, das Römerthor.




Der Schöpfungstag ist die Ewigkeit; denn das Schaffen ist ohne Ende wie die Zeit selber. Aber jeder Tag hat seine Tageszeiten, seinen Morgen und seinen Abend, und wenn wir von dem Schaffen der Naturgewalten reden, wie sie uns in der Struktur der Gebirge entgegentreten, so denken wir an des Tages Morgenroth, an seine ersten Stunden. – Milliarden Jahre sind vergangen seitdem des Feuers Kraft und der Gewässer Wucht die Rippen der