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Das deutsche Volkselement herrscht vor; nur in dem westlichen Jura dominirt das französische. In den Thalgründen jenes Vorlandes und auf den sonnigen Berggehängen und Terrassen reihen sich Wohnungen an Wohnungen, Höfe an Dörfer, Flecken an Städtchen. Hier ist der Schauplatz des emsigsten Fleißes, des gewerblichen und staatlichen Lebens. Eine Staffel höher breitet der Wald seine Fittige über das Land. Hier blühen die Gewerbe, welche in der Forstwirthschaft ihr Fundament finden. Noch höher hinauf, bis in die Nähe des ewigen Schnees, hat das Hirten- und Jägervolk seine Bergtriften, Sennereien und Reviere. Dort, wo die Gewässer als Wildbäche in den tief eingefressenen Schluchten brausen, oder als Staubbäche über die senkrechte Felswand stürzen, um die dürstenden Matten zu benetzen, welche die Schutthalden der Berge kleiden – und noch weiter oben, wo die Krummholzkiefer die einsamen Berggehänge umsäumt, auf denen Alpenröschen und Heidelbeeren prangen – da haben das Murmelthier und die Gemse ihre Heimath; da nisten die Berg- und Schneehühner, da streifen der Marder und der Iltis, da würgt der Adler und der Falke, da ist der Schauplatz für des Waidmanns Gefahr und Lust. Diese Region ist auch die Geburtsstätte der Gletscher, jener unerschöpflichen Eismagazine, welche das Tiefland bewässern und befruchten. Zuhöchst aber stehen die Throne der Alpen, die nackten, zerrissenen Hörner und Spitzen, auf denen kein Schnee haften will und keine Hand voll Erdreich: die Region der Erstarrung und des Todes. Ernste Majestät sitzt auf diesen Königs-Stühlen des ewigen Winters, über welche das Sonnenlicht an jedem hellen Morgen und jedem Abend sein Purpurgewand geworfen hat.

Pierre Pertuis ist ein Bild aus den tiefern Regionen der Schweiz. Im Kanton Bern, unweit Tavennes, an der Grenze des Jura, führt ein schmaler Gebirgspaß hinunter in das lachende Solothurner Land. Schon die alten Welteroberer kannten die strategische Wichtigkeit dieses Uebergangs für die Befestigung ihrer Herrschaft in der Rauracher und Sequaner Gebiet und deshalb erbauten sie eine befestigte Heerstraße, bei deren Konstruktion das weite Thor durch die vorliegende Felswand gesprengt wurde, welches der Stahlstich so vortrefflich darstellt. – Das Thor hat eine Höhe von 40 Fuß und eine lateinische Inschrift verkündet der Welt den Namen seines Erbauers.